Die monatelange Ungewissheit bei Canopy Growth ist endlich vorbei. Nach einem gescheiterten Aktionärstreffen hat das Cannabis-Unternehmen nun grünes Licht für seine strategische Neuausrichtung erhalten. Doch kann der angeschlagene Konzern den erhofften Turnaround jetzt wirklich schaffen?

Quorum-Krise überwunden

Das entscheidende Aktionärstreffen am 10. Oktober brachte die lange erwartete Klarheit. Zuvor war die ursprüngliche Versammlung Ende September gescheitert, weil nicht genügend Aktionäre teilnahmen. Diese Quorum-Krise hatte bei Investoren für erhebliche Nervosität gesorgt. Jetzt haben die Aktionäre alle wichtigen Punkte abgesegnet und geben dem Management damit freie Hand für die geplanten Veränderungen.

Neuer Strategiekurs nimmt Form an

Mit dem erfolgreichen Votum kann Canopy Growth seinen Fokus auf das medizinische Cannabis-Geschäft verstärken. Die DOJA-Anlage in Kelowna wird künftig ausschließlich medizinisches Cannabis für die Spectrum Therapeutics-Marke produzieren. Diese strategische Schwerpunktverlagerung soll das profitablere Medizingeschäft stärken.

Die wichtigsten Beschlüsse des Treffens:
– Wahl aller Direktoren für den Vorstand
– Bestätigung der Wirtschaftsprüfer
– Zustimmung zur Vorstandsvergütung
– Ermächtigung für einen möglichen Aktienzusammenschluss

Die nächste Bewährungsprobe steht bevor

Nach der gelösten Governance-Krise richten sich alle Augen jetzt auf die nächste Hürde: Die Quartalszahlen am 7. November. Im vorherigen Quartal hatte Canopy Growth bereits mit einer kleineren Verlustüberraschung und besseren Umsätzen gepunktet. Die vorzeitige Rückzahlung eines 50-Millionen-Dollar-Kredits stärkte zudem die Bilanz.

Die Aktie zeigte zuletzt extreme Schwankungen – ein Zeichen für die anhaltende Nervosität der Anleger. Ob der jetzt erreichte strategische Klarheitsgewinn ausreicht, um den Abwärtstrend nachhaltig zu brechen, wird sich am 7. November zeigen.