Capri Holdings hat den Verkauf von Versace an Prada am Dienstag abgeschlossen. Der Deal bringt 1,375 Milliarden Dollar in die Kasse – Geld, das CEO John D. Idol sofort zur Schuldenreduzierung einsetzen will. Die Aktie reagierte positiv: Mit 25,20 Dollar notiert der Titel nahe seinem 52-Wochen-Hoch von 26,23 Dollar. In den vergangenen sechs Monaten legte der Kurs um beachtliche 45 Prozent zu.

Die strategische Neuausrichtung ist klar: Capri konzentriert sich künftig ausschließlich auf Michael Kors und Jimmy Choo. Doch die jüngsten Quartalszahlen zeigen, dass der Weg steinig bleibt.

Schuldenabbau als oberste Priorität

Der Großteil der Verkaufserlöse fließt direkt in die Tilgung bestehender Verbindlichkeiten. Idol verspricht eine „signifikante Reduktion“ der Verschuldungsquote und mehr finanzielle Flexibilität – sowohl für Investitionen als auch für künftige Aktionärsausschüttungen. Die Bilanz soll substanziell gestärkt werden.

Damit schafft sich Capri Luft zum Atmen. Das Unternehmen will 2025 das Geschäft stabilisieren und bis zum Geschäftsjahr 2027 wieder auf Wachstumskurs einschwenken.

Die Zahlen bleiben herausfordernd

Trotz des Kursaufschwungs zeigen die aktuellen Geschäftszahlen die Probleme deutlich. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025 verfehlte Capri die Gewinnerwartungen drastisch: Der bereinigte Verlust je Aktie betrug minus 0,03 Dollar – Analysten hatten mit einem Gewinn von 0,13 Dollar gerechnet. Eine negative Überraschung von 123 Prozent.

Immerhin beim Umsatz gab es ein Lichtblick: Mit 856 Millionen Dollar übertraf das Unternehmen die Prognose von 824,59 Millionen Dollar um knapp vier Prozent. Diese Diskrepanz zwischen Umsatzschlag und Profitabilität bleibt ein Warnsignal.

Prada als neuer Versace-Eigentümer

Idol würdigte ausdrücklich Donatella Versace, Dario Vitale und Emmanuel Gintzburger für ihre Führungsarbeit. Prada bezeichnete er als „idealen Partner“ für die nächste Wachstumsphase der italienischen Luxusmarke.

Für Capri endet damit ein Kapitel. Die Frage bleibt: Reichen Michael Kors und Jimmy Choo aus, um das Unternehmen nachhaltig profitabel zu machen?