Capricor Therapeutics stabilisiert sich auf niedrigem Niveau. Nach einem Kurssturz von über 80 Prozent im vergangenen Monat verzeichnet das Papier am Dienstag ein deutliches Plus. Marktteilnehmer prüfen nun, ob der massive Ausverkauf nach dem jüngsten regulatorischen Dämpfer fundamental gerechtfertigt war.

FDA-Votum belastet die Zulassung

Den massiven Kurseinbruch löste eine Abstimmung der US-Gesundheitsbehörde FDA Ende Juli aus. Ein Beratergremium stimmte mit 9 zu 3 Stimmen gegen die Wirksamkeit der Zelltherapie Deramiocel. Das Präparat soll Herzmuskelerkrankungen bei Patienten mit Duchenne-Muskeldystrophie behandeln. Dieses klare Votum des Expertenkomitees verschlechtert die kurzfristigen Aussichten auf eine Marktzulassung erheblich.

Allerdings ist diese Empfehlung rechtlich nicht bindend. Das Management setzt die Gespräche mit der Behörde fort und verweist auf positive Signale bei Teilaspekten der klinischen Studien. Parallel dazu deuten technische Indikatoren auf eine extreme Überverkaufung der Aktie hin. Der Relative-Stärke-Index (RSI) markiert mit einem Stand von 13,7 ein Niveau, das oft eine kurzfristige Gegenbewegung einleitet.

Liquiditätspuffer bis Ende 2027

Finanziell steht das Unternehmen vorerst auf einem soliden Fundament. Anfang des Jahres verfügte Capricor über Barreserven von rund 279 Millionen US-Dollar. Diese Liquidität reicht rechnerisch aus, um den operativen Betrieb bis Ende 2027 zu finanzieren. Der Puffer gibt der Firmenleitung Zeit, die regulatorischen Hürden auf dem US-Markt zu adressieren und die klinischen Daten weiter aufzubereiten.

Der entscheidende Termin für das Unternehmen rückt näher. Die FDA plant ihre endgültige Entscheidung über den Zulassungsantrag für Deramiocel für August 2026. Bis zu diesem PDUFA-Datum dürfte die Aktie anfällig für hohe Schwankungen bleiben, da jede offizielle Äußerung der Behörde die Bewertung unmittelbar beeinflussen kann.