Der Medizintechnikkonzern Carl Zeiss Meditec hat zum Jahresstart einen heftigen Rückschlag erlitten. Statt eines Gewinns wie vor einem Jahr steht nun ein Verlust von 4,9 Millionen Euro in den Büchern. Das operative Ergebnis brach um fast 80 Prozent auf magere 8 Millionen Euro ein. Die Aktie reagierte prompt und verlor heute weitere 2,65 Prozent auf 26,40 Euro – innerhalb eines Monats summieren sich die Verluste damit auf erschreckende 35 Prozent.
Der Hauptschuldige für diese Misere ist schnell identifiziert: China. Ausgerechnet der wichtigste Markt des Jenaer Augenheilkundespezialisten macht massive Probleme. Mit einem Umsatzanteil von einem Viertel ist die Volksrepublik für Carl Zeiss Meditec unverzichtbar. Doch dort ändern sich die Spielregeln derzeit in rasantem Tempo – und das nicht zum Vorteil westlicher Unternehmen.
Peking schottet sich ab
Die chinesische Regierung versucht zunehmend, den heimischen Markt durch Schutzmaßnahmen abzuschirmen. Besonders zu spüren bekam Carl Zeiss die verschärften Auflagen, die Peking als Reaktion auf EU-Strafzölle für chinesische Elektroautos einführte. Hinzu kommt die generell schwache Wirtschaftslage in China und eine anhaltende Kaufzurückhaltung bei medizinischen Geräten.
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Finanzvorstand Justus Felix Wehmer machte die Lage heute deutlich: „Um weiter am großen chinesischen Markt partizipieren zu können, müssen wir mehr Wertschöpfung dorthin verlegen.“ Das Unternehmen plant deshalb, verstärkt Produktion nach China zu verlagern. Wehmer schloss dabei ausdrücklich nicht aus, dass dies Auswirkungen auf Standorte in anderen Teilen der Welt – einschließlich Deutschland – haben könnte.
Stellenabbau im Raum
Konkrete Zahlen zu einem möglichen Stellenabbau nannte der Finanzvorstand noch nicht. „Das muss erst einmal durch die zuständigen Gremien“, so Wehmer. Klar ist aber: Das Unternehmen steht unter erheblichem Handlungsdruck. Neben der Produktionsverlagerung plant Carl Zeiss eine Neuausrichtung seiner Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sowie umfassende Effizienzmaßnahmen. Alle Prozesse sollen auf den Prüfstand kommen, um Kosten zu sparen.
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Erschwerend kommt hinzu, dass wichtige Entscheidungen in China noch ausstehen. Bei einer landesweiten Ausschreibung bewirbt sich der Konzern mit einer teuren Premiumlinse – doch neuerdings gegen zwei lokale Anbieter. Heimische Unternehmen werden mittlerweile oft bevorzugt. Für eine weitere Linse liegt die Zulassung bislang nur in mündlicher Form vor. Ein Rückzug aus China steht für Carl Zeiss trotz aller Schwierigkeiten nicht zur Debatte. „China ist der weltweit größte Markt für die Augenheilkunde“, betonte Wehmer.
Die bereits im Januar ausgesetzte Jahresprognose bleibt vorerst auf Eis. Spätestens zur Halbjahresbilanz am 12. Mai soll es aktualisierte Ziele geben. Bis dahin dürfte die Aktie weiter unter Druck bleiben – die Bären haben das Kommando übernommen.
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