Der MDAX-Abstieg war schmerzhaft genug. Was folgte, macht die Lage noch schwieriger: Gleich mehrere Analystenhäuser haben ihre Kursziele für Carl Zeiss Meditec nach den jüngsten Quartalszahlen drastisch nach unten angepasst. Die UBS halbierte ihr Ziel auf 25,00 Euro — ein Niveau, das die Aktie gestern bereits fast erreicht hatte.

Einbruch bei Marge und Umsatz

Der Vertrauensverlust hat handfeste operative Ursachen. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres (Ende Dezember 2025) brach das operative Ergebnis von 35,2 Millionen Euro auf nur noch 8,1 Millionen Euro ein. Die EBITA-Marge kollabierte von 7,2 auf 1,7 Prozent. Der Umsatz sank gleichzeitig um 4,8 Prozent auf 467 Millionen Euro.

Als Haupttreiber gilt das China-Geschäft. Ein staatliches Beschaffungsprogramm für Intraokularlinsen — das sogenannte Volume-Based Procurement — drückt die Preise strukturell nach unten. Hinzu kommt eine schwache Investitionsbereitschaft in den USA, dem zweiten wichtigen Kernmarkt.

Das Management hatte im Januar die erst kurz zuvor ausgegebenen Jahresziele wieder zurückgezogen. Eine neue Prognose steht seitdem aus.

Analysten ziehen Konsequenzen

Die Reaktion der Investmenthäuser fällt einheitlich aus:

  • UBS (Graham Doyle): Kursziel von 53,00 € auf 25,00 € gesenkt
  • Barclays: Einstufung „Equal Weight“, Kursziel 30,00 €
  • Bernstein Research: Fairer Wert bei 28,50 €

Alle drei Ziele liegen spürbar über dem gestrigen Schlusskurs von 23,38 Euro — allerdings reflektieren sie auch, wie weit die Aktie in kurzer Zeit gefallen ist. Seit dem 52-Wochen-Hoch bei 69,35 Euro im März 2025 hat das Papier rund zwei Drittel seines Wertes verloren.

Halbjahresbericht als nächster Prüfstein

Der Index-Wechsel in den SDAX am 23. März hat den Abgabedruck noch verstärkt. Passiv verwaltete ETFs mussten ihre Positionen entsprechend anpassen, was das Handelsvolumen am Montag auf ein erhöhtes Niveau trieb und die Aktie zeitweise unter 24 Euro drückte.

Der nächste entscheidende Termin ist der 12. Mai 2026. Dann legt Carl Zeiss Meditec den Halbjahresbericht vor — verbunden mit der Ankündigung, zu diesem Zeitpunkt eine neue Jahresprognose sowie konkrete Restrukturierungsmaßnahmen zu präsentieren. Bis dahin bleibt die Visibilität für Anleger gering, die Volatilität dürfte hoch bleiben.