Analyst David Adlington von der US-Bank JPMorgan blickt weiterhin mit Skepsis auf die Entwicklung von Carl Zeiss Meditec. In einer aktuellen Studie bekräftigte der Experte sein Anlageurteil „Underweight“ für den Medizintechnikkonzern. Als wesentlichen Grund für die vorsichtige Haltung nennt Adlington die anhaltenden Schwierigkeiten auf dem chinesischen Markt, die den Umsatz des Unternehmens im dritten Quartal voraussichtlich spürbar belasten werden.
Schwache Wachstumsaussichten im dritten Quartal
Die Erwartungen für das organische Wachstum im dritten Jahresviertel wurden im Rahmen der Analyse nach unten korrigiert. Während der Analyst bisher von einem Rückgang um 1,6 Prozent ausgegangen war, rechnet er nun mit einem Minus von 2,3 Prozent. Diese negative Entwicklung ist maßgeblich auf das China-Geschäft zurückzuführen, das derzeit branchenübergreifend unter Druck steht.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Volksrepublik haben sich zuletzt eingetrübt. Im zweiten Quartal 2026 stieg das chinesische Bruttoinlandsprodukt nur noch um 4,3 Prozent, was den niedrigsten Wert seit dem Jahr 2022 markiert. Diese allgemeine Verlangsamung trifft auch ausländische Medizintechnik-Anbieter. Trotz der gedämpften Umsatzaussichten gibt es laut JPMorgan jedoch einen kleinen Lichtblick: Die Prognose für die operativen Margen wurde leicht angehoben, was auf eine effizientere Kostenstruktur oder einen vorteilhaften Produktmix hindeuten könnte. Dennoch bleibt das Kursziel mit 21,70 Euro deutlich unter dem aktuellen Marktniveau.
Konkurrenzdruck und schwieriges Marktumfeld
Das Umfeld für europäische Industrie- und Medizintechnikunternehmen in China hat sich fundamental gewandelt. Berichten zufolge haben chinesische Maschinenexporte inzwischen das Niveau Deutschlands überholt, wobei die Exporte nach Europa zwischen 2020 und 2024 massiv anstiegen. Chinesische Anbieter drängen mit Preisvorteilen von 30 bis 70 Prozent in den Markt und verkürzen ihre Entwicklungszyklen stetig. Dieser Wettbewerbsdruck sowie die schwache Binnennachfrage in China belasten die Planbarkeit für Unternehmen wie Carl Zeiss Meditec.
An der Börse spiegelt sich die Skepsis der Analysten und die schwierige Nachrichtenlage bereits seit geraumer Zeit wider. Der aktuelle Kurs der Aktie liegt bei 29,78 Euro, was einer negativen Entwicklung seit Jahresbeginn von -25,59 Prozent entspricht.
Abstand zum Jahreshöchststand vergrößert sich
Die Aktie kämpft damit, den Abwärtstrend der vergangenen Monate zu durchbrechen. Vom 52-Wochen-Hoch, das am 18. Juli 2025 bei 51,50 Euro markiert wurde, ist das Papier inzwischen weit entfernt. Der Abstand zu diesem Höchststand beläuft sich aktuell auf -42,17 Prozent. Zwar konnte sich der Wert ein Stück weit von seinem 52-Wochen-Tief bei 22,66 Euro lösen, doch die fundamentale Bestätigung durch positive Wachstumsraten bleibt vorerst aus. Anleger warten nun gespannt auf die offiziellen Zahlen zum dritten Quartal, um zu sehen, ob sich die Prognosen von JPMorgan bewahrheiten oder ob das Unternehmen die Erwartungen trotz der China-Krise übertreffen kann.
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