Die weltgrößte Kreuzfahrtgesellschaft Carnival Corporation hat ihre Nachhaltigkeitsstrategie deutlich beschleunigt. Wie das Unternehmen heute bekannt gab, wird das für 2030 gesteckte Ziel einer 20-prozentigen Reduktion der Treibhausgas-Emissionsintensität bereits im laufenden Jahr 2025 erreicht – und damit fünf Jahre früher als ursprünglich geplant. Vor diesem Hintergrund setzt sich der Konzern nun ein neues, ehrgeizigeres Ziel für das Ende des Jahrzehnts.
Neue Reduktionsziele und finanzielle Einsparungen
Das neue Ziel sieht vor, die Emissionsintensität bis zum Jahr 2029 um 25 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2019 zu senken. Diese Kennzahl wird auf Basis der verfügbaren Unterdecktage berechnet. CEO Josh Weinstein bezeichnete die aktuelle Entwicklung als einen wichtigen Meilenstein, betonte jedoch gleichzeitig, dass dies noch keine Ziellinie für das Unternehmen darstelle. Seit 2008 konnte die Carnival Corporation ihre Emissionsintensität bereits um insgesamt 44 Prozent verringern.
Neben den ökologischen Fortschritten wirken sich die Maßnahmen zur Treibstoffeffizienz auch massiv auf die Bilanz aus. Für das Jahr 2026 prognostiziert das Unternehmen durch die verbesserten Effizienzwerte Einsparungen bei den Treibstoffkosten in Höhe von rund 650 Millionen US-Dollar im Vergleich zu 2019. Diese Effizienzsteigerungen resultieren unter anderem aus einer konsequenten Flottenmodernisierung. Seit 2019 wurden zudem 27 ältere und weniger effiziente Schiffe ausgemustert.
Flottenausbau und technologischer Wandel
Ein wesentlicher Pfeiler der Strategie ist der Einsatz von Flüssigerdgas (LNG) als Brückentechnologie. Heute feierte die Meyer Werft in Papenburg die Kiellegung der „Carnival Festivale“, des fünften Schiffes der sogenannten Excel-Klasse für die Marke Carnival Cruise Line. Der Neubau, der im Frühjahr 2027 ausgeliefert werden soll, verfügt über eine Länge von rund 344 Metern und bietet Platz für mehr als 6.400 Gäste.
Die neuen Einheiten sollen im Vergleich zu älteren Modellen eine um mehr als 20 Prozent höhere Effizienz pro Passagier aufweisen. Insgesamt plant der Konzern bis zum Jahr 2033 die Indienststellung von sieben neuen Schiffen. Aktuell betreibt das Unternehmen, zu dem auch Marken wie P&O Cruises und Cunard gehören, bereits elf LNG-betriebene Schiffe auf einer gemeinsamen Technologieplattform. Die Investitionen in moderne Antriebstechnik sollen die Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern und die operativen Kosten senken.
Marktlage und Branchenumfeld
An den Börsen reagierten die Anleger heute zurückhaltend auf die Nachrichten. Die Aktie von Carnival notiert bei 28,57 US-Dollar, was einem Rückgang von 0,75 Prozent gegenüber dem gestrigen Schlusskurs entspricht. Die Marktkapitalisierung des Konzerns beläuft sich damit aktuell auf umgerechnet 35,13 Milliarden Euro. Trotz der kurzfristigen Abgaben profitierte der Wert zuletzt von einer insgesamt freundlichen Stimmung im Reisesektor.
Während der Konzern seine Flotte modernisiert, werden auch in der Zulieferindustrie neue Wege zur Dekarbonisierung erprobt. So wird im Rahmen von Forschungsprojekten derzeit die Nutzung von Biokraftstoffen aus Reststoffen wie Reishülsen oder Agavenfasern untersucht, um künftig fossile Brennstoffe in der Schifffahrt weiter zu verdrängen. Für Carnival bleibt jedoch die Steigerung der Treibstoffeffizienz der unmittelbar wirksamste Hebel, um sowohl ökologische als auch ökonomische Ziele zu erreichen.
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