Carvana Aktie: Rekordjahr verpufft

Der Online-Autohändler Carvana meldet Rekordumsätze, doch schwächere Gewinne und steigende Kosten führen zu einem massiven Kursverfall an der Börse.

Carvana Aktie
Kurz & knapp:
  • Umsatz und Absatz übertrumpfen Analystenerwartungen
  • Gewinn enttäuscht aufgrund hoher Betriebskosten
  • Aktie verliert im Nachhandel bis zu 20 Prozent
  • Management sieht weiteres Wachstum für 2026

Carvana liefert Rekordzahlen – und wird trotzdem brutal abgestraft. Die Aktie bricht zweistellig ein, obwohl Umsatz und Absatz deutlich gestiegen sind. Was läuft da schief?

Der Online-Gebrauchtwagenhändler hat heute seine Zahlen für das vierte Quartal 2025 vorgelegt. Auf den ersten Blick sehen diese beeindruckend aus: Der Umsatz schoss um 58 Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar nach oben und übertraf damit die Analystenschätzungen von rund 5,3 Milliarden Dollar. Im Einzelhandel verkaufte das Unternehmen 163.533 Fahrzeuge – ein Plus von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr und etwa 5.000 Einheiten mehr als erwartet.

Für das Gesamtjahr 2025 meldete Carvana sogar Rekordumsätze von 20,3 Milliarden Dollar, was einem Zuwachs von 49 Prozent entspricht. Der Nettogewinn belief sich auf 1,9 Milliarden Dollar, das bereinigte EBITDA stieg auf 2,2 Milliarden Dollar.

Gewinn enttäuscht – Kosten steigen

Doch genau hier liegt das Problem: Der Gewinn im vierten Quartal fiel deutlich schwächer aus als erhofft. Zwar verdiente Carvana 951 Millionen Dollar nach 159 Millionen Dollar im Vorjahr. Allerdings profitierte das Unternehmen dabei von einmaligen Bewertungsrückstellungen in Höhe von 618 Millionen Dollar. Ohne diese Sondereffekte lag der Gewinn je Aktie bei nur 1,06 Dollar – die Wall Street hatte mit 1,14 Dollar gerechnet.

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Verantwortlich für die Enttäuschung sind vor allem steigende Kosten. Insbesondere die Ausgaben für Inspektion, Reparatur und Aufbereitung der Fahrzeuge sowie höhere Einzelhandelsabschreibungen belasteten die Marge. Insgesamt beliefen sich die Ausgaben im Quartal auf rund 2,16 Milliarden Dollar.

Finanzvorstand Mark Jenkins stellte klar: „Wir erwarten, dass sich diese Kostendynamik auch im ersten Quartal fortsetzt und gehen davon aus, dass unsere Kosten außerhalb des Fahrzeugbereichs im Jahresvergleich steigen werden.“ Diese Aussage dürfte bei Anlegern für zusätzliche Nervosität gesorgt haben.

Heftiger Kurseinbruch

Die Reaktion der Börse ließ nicht lange auf sich warten: Im nachbörslichen NYSE-Handel sackte die Carvana-Aktie zeitweise um bis zu 20 Prozent ab und notierte bei 307,66 Dollar. Das ist umso bitterer, als sich der Kurs im Gesamtjahr 2025 mehr als verdoppelt hatte und das Unternehmen erst kürzlich in den S&P 500 aufgenommen wurde.

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CEO Ernie Garcia versuchte die Wogen zu glätten und betonte den langfristigen Wachstumskurs: „Carvana ist noch sehr klein im Verhältnis zu unserer Chance, aber mit 5 Millionen kumulierten Kundentransaktionen verändern wir aktiv, wie Menschen Autos kaufen und verkaufen.“ Für 2026 rechnet das Management mit einem weiteren Anstieg der verkauften Einheiten und des bereinigten EBITDA.

Zudem wies Carvana erneut Vorwürfe des Leerverkäufers Gotham City Research zurück, der dem Unternehmen Manipulationen bei den Gewinnen 2023 und 2024 unterstellt hatte. Jenkins stellte klar: „Wir verkaufen keine Kredite an nahestehende Parteien. Wir legen unsere Geschäfte mit nahestehenden Parteien offen und es gibt diesbezüglich keinerlei Unklarheiten.“

Doch all das half heute nichts. Anleger honorieren offenbar keine Rekorde mehr, wenn die Margen unter Druck geraten.

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