Caterpillar hat einen Lauf hinter sich, der viele Tech-Werte blass aussehen lässt. Allerdings bekommt das Momentum der Industrie-Ikone Risse. Während der Konzern technologisch aufrüstet, gehen prominente Leerverkäufer in Stellung. Das sorgt für Unruhe an der Börse.

Anleger feierten Caterpillar zuletzt als heimlichen Profiteur des KI-Booms. Rechenzentren benötigen massive Stromsysteme, die der Konzern liefert. Dieser Trend trieb den Kurs seit Jahresbeginn um über 63 Prozent nach oben. Seit dem Allzeithoch Ende Juni bei knapp 940 Euro korrigierte die Aktie jedoch um elf Prozent.

Gegenwind durch Shortseller

Der Wind hat sich gedreht. Michael Burry setzt nun gegen den Baumaschinen-Riesen. Bekannt wurde der Investor durch seine Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor der Finanzkrise. Ihn beunruhigen vermutlich die hohe Bewertung und mögliche Handelshemmnisse durch neue Zölle. Parallel dazu veräußerten Insider zuletzt Aktien für rund 87 Millionen Dollar.

Expansion in die Datenwelt

Operativ setzt das Management auf Expansion. Caterpillar kauft das US-Unternehmen Skycatch. Die Firma ist auf die Erfassung und Analyse räumlicher Daten spezialisiert. Damit verstärkt der Konzern seine digitalen Plattformen für den Bergbau.

Das Ziel ist eine präzisere Planung in Minenbetrieben. Durch KI-gestützte Daten sollen Produktivität und Sicherheit steigen. Diese Integration hilft Caterpillar dabei, den Rekord-Auftragsbestand von 63 Milliarden Dollar effizienter abzuarbeiten. Es geht darum, Hardware mit intelligenter Software zu verknüpfen.

Analysten halten Kurs

Trotz der jüngsten Kursdelle halten viele Experten an ihren Kaufempfehlungen fest. Truist Securities hob das Kursziel kürzlich auf 1.218 Dollar an. Der aktuelle Kurs von 835,80 Euro liegt weiterhin über dem 50-Tage-Durchschnitt. Dieser gleitende Schnitt verläuft derzeit bei rund 806 Euro.

Die Volatilität bleibt mit über 52 Prozent auf einem hohen Niveau. Hält die Unterstützung im Bereich von 800 Euro, bleibt die charttechnische Lage stabil. Die Integration von Skycatch in den Bergbau-Alltag bildet nun den nächsten strategischen Meilenstein.