Rekordzahlen treffen auf einen herben Kursrückschlag. Celestica hat innerhalb einer Woche zwölf Prozent an Wert verloren. Während das operative Geschäft floriert, sorgt eine massive Kapitalerhöhung für Unruhe unter den Anlegern.

Kapitalerhöhung belastet den Kurs

Der Konzern sammelte Anfang August brutto rund 3,45 Milliarden US-Dollar ein. Dafür gab das Unternehmen etwa 11,1 Millionen neue Aktien aus. Das frische Kapital soll den Ausbau der weltweiten KI-Infrastruktur finanzieren.

Finanzchef Mandeep Chawla begründet den Schritt mit einer beispiellosen Nachfrage von Hyperscale-Kunden. Der Markt blickt jedoch kritisch auf die Verwässerung der bestehenden Anteile. Experten befürchten kurzfristigen Druck auf den bereinigten Gewinn je Aktie.

Starke Bilanz trifft auf Insider-Verkäufe

Operativ läuft es für den Tech-Dienstleister glänzend. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz auf 4,68 Milliarden US-Dollar — deutlich über den Erwartungen der Analysten. Der bereinigte Gewinn je Aktie sprang im Vergleich zum Vorjahr um über 80 Prozent nach oben. Das bereinigte Gewinnziel für das Gesamtjahr hob Celestica auf rund 11,30 US-Dollar pro Aktie an.

Allerdings trüben Insider-Verkäufe das Bild. CEO Robert Mionis veräußerte Mitte August Anteile im Wert von mehreren Millionen CAD. In den vergangenen drei Monaten summierten sich die Verkäufe von Firmeninsidern auf rund 135 Millionen US-Dollar. Die Transaktionen erfolgten zwar im Rahmen vorab festgelegter Handelspläne, belasten aber dennoch die Stimmung.

Institutionelle Käufer nutzen die Volatilität

Parallel dazu nutzen Großinvestoren wie Viking Global Investors und die Norges Bank die aktuelle Schwäche zum Einstieg. Hinzu kommt die strategische Integration der übernommenen Covelya Group in das Portfolio. Dieser Zukauf soll die Kompetenzen im Bereich Spezialelektronik stärken.

Der RSI-Wert von 40,2 signalisiert eine technisch überverkaufte Lage. Die annualisierte Volatilität von 97 Prozent deutet derweil auf anhaltende Kursschwankungen hin. Die Integration der Covelya Group entscheidet nun darüber, ob die Zukäufe den Gewinn pro Aktie trotz der massiven Verwässerung nachhaltig stützen können.