Der Markt für KI-Chips sucht händeringend nach Alternativen zum Platzhirsch Nvidia. Cerebras Systems positioniert sich genau in dieser Lücke. Die Strategie zeigt Wirkung an der Börse. Die Aktie klettert spürbar nach oben.

Analysten sehen Milliardenmarkt

Den aktuellen Schub liefert Morgan Stanley. Die Investmentbank bewertet die Papiere neu mit „Overweight“. Das Kursziel liegt bei 250 US-Dollar. Analyst Joseph Moore sieht einen klaren Vorteil für Cerebras. Das Unternehmen sei ein Pionier bei der schnellen KI-Datenverarbeitung.

Auch andere Häuser zeigen sich optimistisch. Citigroup ruft 340 US-Dollar auf. Craig-Hallum rät zum Kauf mit einem Ziel von 325 US-Dollar. Im Zentrum steht der hauseigene WSE-3-Chip. Dieser nutzt einen kompletten Silizium-Wafer als einzigen Prozessor. Das Ziel: Datenengpässe herkömmlicher Server-Cluster umgehen.

Die Anti-Nvidia-Allianz

CEO Andrew Feldman untermauert den Führungsanspruch mit einer klaren Ansage. Cerebras schmiedet eine strategische Allianz mit fast allen großen Zulieferern für Rechenzentren. Einziger Ausgeschlossener: Nvidia. Damit baut das Unternehmen ein eigenständiges Ökosystem auf.

Erste Großkunden sind bereits an Bord. OpenAI sicherte sich vertraglich eine enorme Rechenkapazität von 750 Megawatt. Parallel dazu läuft eine Partnerschaft mit Amazon Web Services. Dort kommen die neuen CS-3-Systeme zum Einsatz.

Hohe Bewertung trifft auf Wachstum

Seit dem Börsengang im Mai schwankt der Kurs stark. Aktuell pendelt sich der Börsenwert bei rund 52 Milliarden US-Dollar ein. Dem steht ein rasant wachsendes Geschäft gegenüber. Der Umsatz kletterte in den vergangenen zwölf Monaten um 76 Prozent.

Am 23. Juni legt das Management die Zahlen für das erste Quartal vor. Investoren erhoffen sich dann Details zum milliardenschweren Ausbauvertrag mit OpenAI. Hält das Wachstumstempo an, könnte Cerebras seine hohe Bewertung im harten Halbleitermarkt rechtfertigen.