Die Aktie von Ceva verzeichnet am heutigen Dienstag einen deutlichen Kursrückgang, obwohl das Unternehmen gestern Abend Geschäftszahlen für das zweite Quartal vorlegte, die die Erwartungen der Analysten beim Gewinn übertrafen.

Im Frankfurter Handel notiert das Papier derzeit bei 26,60 Euro, was einem Minus von 8,28 Prozent entspricht. Marktbeobachter führen den Abverkauf vor allem auf die stagnierenden Tantiemen zurück, die trotz eines Booms im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) hinter den Erwartungen zurückblieben.

Starke Lizenzen stehen schwachen Tantiemen gegenüber

Im zweiten Quartal 2026 erzielte Ceva einen Umsatz von 29,0 Millionen US-Dollar, was einem Zuwachs von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Besonders dynamisch entwickelte sich das Lizenzgeschäft, das mit 18,2 Millionen US-Dollar den höchsten Stand seit drei Jahren erreichte und um 21 Prozent zulegte.

Dieser Bereich profitierte massiv von der Nachfrage nach KI-Technologien. CEO Amir Panush hob in diesem Zusammenhang einen bedeutenden Vertragsabschluss für die NeuPro-M NPU (Neural Processing Unit) mit einem global führenden KI-Plattformunternehmen hervor.

Dem starken Lizenzgeschäft stand jedoch eine verhaltene Entwicklung bei den Royalties, also den laufenden Lizenzgebühren aus der Produktion, gegenüber. Diese stiegen im Jahresvergleich lediglich um ein Prozent auf 10,81 Millionen US-Dollar.

Da Royalties als Indikator für den tatsächlichen Markterfolg der lizenzierten Technologien in Endprodukten gelten, reagierten Anleger enttäuscht auf das geringe Wachstum in diesem Segment.

Insgesamt wurden im abgelaufenen Quartal 567 Millionen Geräte mit Ceva-Technologie ausgeliefert, was zwar ein Plus von 16 Prozent zum Vorjahr bedeutet, aber die Umsatzdynamik bei den Tantiemen noch nicht befeuern konnte.

Analysten korrigieren Kursziele nach unten

Trotz der operativen Fortschritte und eines bereinigten Gewinns je Aktie von 0,08 US-Dollar, der über der Konsensschätzung von 0,07 US-Dollar lag, reagierten mehrere Analysehäuser mit einer Herabstufung ihrer Preiswartungen.

Die Experten von Needham senkten ihr Kursziel für die Ceva-Aktie von zuvor 55 US-Dollar auf nun 43 US-Dollar, behielten jedoch ihre Kaufempfehlung bei. Als Grund nannten die Analysten eine sektorweite Kompression der Bewertungsmultiplikatoren.

Auch Oppenheimer passte die Einschätzung an und reduzierte das Kursziel von 42 US-Dollar auf 38 US-Dollar. Zwar wird die Aktie dort weiterhin mit „Outperform“ eingestuft, doch die kurzfristige Unsicherheit über den Zeitpunkt einer kräftigen Erholung der Tantiemen lastet auf der Bewertung.

Das Unternehmen arbeitet zwar weiterhin unprofitabel nach GAAP-Standards und verzeichnete einen Nettoverlust von 2,9 Millionen US-Dollar, konnte aber die non-GAAP-Betriebsmarge auf 11 Prozent steigern.

Erhöhte Jahresprognose stützt das langfristige Bild

Positiv bewerteten Marktteilnehmer den angehobenen Ausblick für das Gesamtjahr 2026. Ceva rechnet nun mit einem Umsatzwachstum zwischen 13 und 15 Prozent, nachdem zuvor lediglich ein Plus von 12 Prozent in Aussicht gestellt worden war.

Für das dritte Quartal prognostiziert das Management einen Umsatz in der Spanne von 30,5 bis 34,5 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen verfügt zudem über eine solide Liquidität von rund 221 Millionen US-Dollar an Barmitteln und kurzfristigen Anlagen.

Anleger, die bereits länger investiert sind, blicken trotz des aktuellen Rücksetzers auf eine erfolgreiche Bilanz im laufenden Jahr. Seit Jahresbeginn konnte die Aktie ein Plus von 45,36 Prozent verzeichnen.

Die kommenden Monate werden zeigen müssen, ob die neu abgeschlossenen KI-Lizenzverträge plangemäß in die Serienproduktion übergehen und damit das dringend benötigte Wachstum bei den hochmargigen Tantiemen auslösen können. Zudem stützt ein Übergang von 4G- zu 5G-Technologien im Mobilfunksegment die langfristigen Erwartungen der Analysten.