Charter Communications steht vor einer harten Bewährungsprobe. Wenige Tage vor den neuen Quartalszahlen senkt die Investmentbank JP Morgan den Daumen. Anleger reagieren nervös auf die skeptischen Töne aus der Bankenwelt.
Analysten senken die Erwartungen
JP Morgan hat das Kursziel für den Kabelnetzbetreiber von 215 auf 200 US-Dollar reduziert. Die Analysten begründen diesen Schritt mit Sorgen um das Wachstum im gesättigten US-Breitbandmarkt. Die Einstufung bleibt bei „Neutral“.
Andere Schwergewichte wie Goldman Sachs und Barclays folgten diesem Beispiel. Die Aktie notiert aktuell bei 113,32 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier massiv an Boden verloren.
Während die Analysten warnen, greifen einige Großinvestoren zu. Meeder Asset Management hat seine Beteiligung zuletzt deutlich aufgestockt. Offenbar sehen manche Akteure die niedrige Bewertung als Chance für den Einstieg. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr über 65 Prozent an Wert verloren.
Fokus auf Abonnentenzahlen
Der Blick richtet sich nun auf den Bericht zum zweiten Quartal. Experten rechnen mit einem Gewinn von etwa 10,00 US-Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 13,51 Milliarden US-Dollar. Besonders die Entwicklung der Breitband-Abonnenten steht unter Beobachtung.
Im ersten Quartal verlor Charter 120.000 Kunden an die Konkurrenz. Das Management muss zeigen, ob die Bündelung von Mobilfunk und Internet den Abgang stoppt. Parallel dazu läuft die Integration von Cox Communications für 34,5 Milliarden US-Dollar.
Die US-Regulierungsbehörde FCC trifft zudem diese Woche eine Entscheidung. Es geht um neue Auktionsregeln für Funkfrequenzen im C-Band. Das Ergebnis könnte den Wettbewerb im mobilen Breitbandgeschäft verändern.
Die kommenden Tage entscheiden über die Richtung für den Rest des Jahres. Charter muss beweisen, dass die Strategie aus Netzmodernisierung und kombinierten Tarifen gegen die 5G-Anbieter besteht. Hält der Kundenschwund an, dürfte der Druck auf den Kurs hoch bleiben.
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