Cherry SE sendet ein Lebenszeichen an die Börse. Nach einer Phase extremer Volatilität stabilisiert sich die Aktie charttechnisch. Eine frische Kapitalspritze sichert parallel dazu das Fundament für den laufenden Konzernumbau.

Technische Hürde genommen

Der Ausbruch über den gleitenden Durchschnitt macht Hoffnung. Die Aktie kreuzte in der zweiten Wochenhälfte die 38-Tage-Linie nach oben. Das signalisiert Tradern eine kurzfristige Trendwende. Zuletzt pendelte das Papier in einer Spanne zwischen 0,31 Euro und 0,36 Euro.

Die Marke dient nun als neue Unterstützung. Bleibt der Kurs stabil, verbessert sich die Stimmung am Markt spürbar. Längerfristige Hürden wie die 200-Tage-Linie liegen allerdings noch in weiter Ferne.

Effizienz schlägt Umsatzschwäche

Operativ vollzieht Cherry eine schmerzhafte Rosskur. Der vorläufige Umsatz sank im ersten Halbjahr auf 40,0 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang von etwa 5,5 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Marktteilnehmer reagieren dennoch nicht panisch.

Die Profitabilität entwickelt sich konträr zum schrumpfenden Geschäft. Die Bruttomarge legte um beachtliche 12,3 Prozentpunkte zu. Zusätzlich senkte das Management die Kosten um rund 7,0 Millionen Euro.

Das bereinigte EBITDA verbesserte sich dadurch deutlich. Es liegt laut vorläufigen Zahlen bei minus 4,0 Millionen Euro. Im Vorjahr verbuchte Cherry noch einen operativen Verlust von 10,2 Millionen Euro. Die Zahlen sind jedoch ungeprüft.

Kapitalbasis deutlich verbreitert

Am 16. Juli schloss Cherry die Kapitalerhöhung erfolgreich ab. Das Unternehmen platzierte 9,72 Millionen neue Aktien am Markt. Der Bezugspreis lag bei 1,04 Euro je Stück.

Das spülte rund 10,1 Millionen Euro in die Kasse. Das Grundkapital stieg damit auf knapp 15,8 Millionen Euro. Diese Mittel fließen direkt in die Umsetzung der strategischen Neuausrichtung.

Investoren müssen allerdings auf detaillierte Bilanzen warten. Der Wechsel des Abschlussprüfers bremst die Berichterstattung aus. Der eigentlich für Mitte August vorgesehene Halbjahresbericht verschiebt sich auf unbestimmte Zeit.

In der kommenden Woche entscheidet sich die Kraft des Trends. Ohne neue Termine im Juli treibt vor allem die Sektorstimmung den Kurs. Die Eintragung der Kapitalerhöhung ins Handelsregister bleibt der nächste konkrete Meilenstein für die Aktie.