Medienberichten zufolge hat die Schweizer Bank UBS am Donnerstag ihr Kursziel für Chevron angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt. Die Analysten beziffern das neue Ziel nun auf 235 $. Im Handel am Freitag notierte die Aktie bei 189,26 Euro und damit nur knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 190,82 Euro, das am Vortag erreicht worden war.

Die freundliche Stimmung spiegelt das Vertrauen in die strategische Ausrichtung des US-Ölkonzerns wider. Chevron nutzt die robuste Verfassung der Energiebranche, um sein Portfolio gezielt auf renditestarke Kernregionen zu konzentrieren und neue Fördergebiete zu erschließen.

Expansion in Afrika und dem Nahen Osten

Medienberichten zufolge vereinbarte Chevron am Dienstag mit dem staatlichen ägyptischen Gasunternehmen EGAS ein Explorationsprogramm im Offshore-Gebiet Lotus. Die Vereinbarung sieht Investitionen von mindestens 88 Millionen Dollar vor, die Bohrungen sowie seismische Messungen beinhalten.

In Afrika sicherte sich eine Konzerntochter zudem für elf Millionen Dollar in bar einen Anteil von zehn Prozent an der Förderlizenz PEL 90 vor der Küste Namibias.

Flankiert werden die Investitionen von warnenden Tönen der Unternehmensführung zur weltweiten Marktlage. Laut Reuters verwies Konzernchef Mike Wirth am Dienstag auf schwindende Puffer bei der weltweiten Öl- und Treibstoffversorgung. Wirth betonte, dass mögliche Ausfuhrbeschränkungen für US-Diesel die Preise im Heimatmarkt treiben und zugleich internationale Partner belasten könnten.

Portfolioumbau und Quartalstermin

Parallel treibt Chevron den Umbau der US-Infrastruktur voran. Laut Pflichtmitteilungen überträgt der Konzern seine Beteiligungen an Hess Midstream sowie Midstream-Vermögenswerte im DJ-Becken.

Im Gegenzug fließen 200 Millionen Dollar in bar, während Verträge im Bakken-Schieferölgebiet angepasst und verlängert werden. Für die Transaktion veranschlagt Chevron einen einmaligen Nachsteuerverlust von bis zu vier Milliarden Dollar. Der Abschluss wird bis zum Jahresende erwartet.

Kurzfristige Unterbrechungen gab es am Donnerstag im Golf von Mexiko. Wegen des herannahenden Tropensturms Isaias drosselte Chevron vorsorglich die Produktion an vier Förderanlagen und brachte Mitarbeiter an Land, während fünf weitere Einrichtungen planmäßig arbeiteten. Aufschluss über die finanzielle Verfassung des Konzerns gibt der anstehende Quartalsbericht: Am 30. Oktober präsentiert Chevron die offiziellen Zahlen für das dritte Quartal 2026.