Chevron hat am Freitag Zahlen für das vierte Quartal vorgelegt – und die fallen durchwachsen aus. Der Nettogewinn sackte von 3,2 auf 2,8 Milliarden Dollar ab. Grund dafür waren vor allem niedrigere Ölpreise und ein schwächerer Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie fiel von 2,06 auf 1,52 Dollar. Analysten hatten allerdings mit einem noch deutlicheren Rückgang gerechnet, weshalb die Aktie im vorbörslichen Handel um 0,25 Prozent auf 171,62 Dollar zulegte.
Die Produktion hingegen erreichte neue Höchststände. Im Vergleich zum Vorjahr stieg sie um über 20 Prozent auf 4,05 Millionen Barrel pro Tag – maßgeblich getrieben durch die Übernahme von Hess. Auch die Inbetriebnahme neuer Fördermengen aus dem Tengiz-Feld in Kasachstan wirkte sich positiv aus. Allerdings musste Chevron dieses Feld mit einer Kapazität von einer Million Barrel pro Tag im Januar vorübergehend stilllegen, nachdem es zu zwei Bränden in den Kraftwerksanlagen gekommen war.
CEO Mike Wirth zeigte sich dennoch zufrieden: „2025 war ein Jahr bedeutender Erfolge. Wir haben Hess erfolgreich integriert, wichtige Projekte gestartet und eine Rekordproduktion erzielt – trotz sinkender Ölpreise.“ Für 2026 erwartet Chevron ein weiteres Produktionswachstum von 7 bis 10 Prozent, hauptsächlich aus Feldern in Guyana und dem östlichen Mittelmeer. Die Quartalsdividende wird um vier Prozent erhöht.
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Venezuela rückt ins Rampenlicht
Doch der eigentliche Kurstreiber könnte aus Venezuela kommen. Nach der Festnahme von Machthaber Nicolás Maduro am 3. Januar durch die Trump-Regierung hat sich die Lage grundlegend verändert. Chevron ist derzeit der einzige US-Konzern, der in Venezuela operiert – und steht nun unter massivem Druck von Präsident Donald Trump, der massive Investitionen in dem südamerikanischen Land fordert.
Am Donnerstag lockerte die US-Regierung einige Sanktionen gegen Venezuelas Ölindustrie. Die neue Genehmigung erlaubt US-Unternehmen den Kauf, Verkauf, Transport und die Raffinierung venezolanischen Rohöls – allerdings bleibt die Produktion selbst noch sanktioniert. Firmen aus China, Russland, Iran, Nordkorea und Kuba sind explizit ausgeschlossen. Ein klares „America First“-Signal.
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Chevron produziert derzeit 250.000 Barrel Öläquivalent pro Tag in Venezuela und könnte diese Menge innerhalb von 18 bis 24 Monaten um 50 Prozent steigern – vorausgesetzt, die US-Regierung erteilt weitere Genehmigungen. Wirth betonte: „Wir sind bereit, Venezuela beim Aufbau einer besseren Zukunft zu unterstützen und gleichzeitig die US-amerikanische Energie- und regionale Sicherheit zu stärken.“
Vorsichtige Expansion trotz politischem Druck
Trotz der politischen Rückendeckung aus Washington bleibt Chevron bei den Investitionen vorsichtig. Finanzvorständin Eimear Bonner stellte klar, dass das Unternehmen einen disziplinierten Ansatz verfolgen werde: „Wir werden bei den Kapitalausgaben diszipliniert bleiben, wie immer.“ Die angekündigte Produktionssteigerung in Venezuela soll vor allem durch bestehende Anlagen und Ressourcen vor Ort realisiert werden – grundlegende Änderungen am Investitionsbudget sind nicht geplant.
In den vergangenen fünf Jahren gab Chevron bereits über 100 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe und Dividenden aus – fast ein Drittel des aktuellen Marktwerts. Für 2025 zahlte das Unternehmen 12,8 Milliarden Dollar an Dividenden und kaufte Aktien im Wert von 12,1 Milliarden Dollar zurück, womit es am unteren Ende der eigenen Prognose von 10 bis 20 Milliarden Dollar lag.
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