Ein Topmanager nutzt das Rekordniveau, parallel baut der Konzern sein Geschäft in Venezuela aus. Chief Legal Officer R. Hewitt Pate hat Aktien im Wert von rund 9,8 Millionen Dollar verkauft. Die Papiere notieren nur knapp unter ihrem Jahreshoch.
Pate verkauft nach Optionsausübung
Die Verkäufe fanden am 19. und 20. Oktober statt, zu gewichteten Durchschnittspreisen zwischen 225,61 und 226,65 Dollar je Aktie. Grundlage war ein Handelsplan nach Rule 10b5-1, der bereits im November 2025 aufgesetzt wurde. Es handelt sich also nicht um eine spontane Entscheidung.
Zuvor hatte Pate Optionen auf 43.100 Aktien ausgeübt. Sie stammen aus dem Januar 2022, der Ausübungspreis lag bei 132,69 Dollar. Die Differenz zum aktuellen Kurs ist erheblich. Das Jahreshoch der Aktie liegt bei 228,48 Dollar, die Gesamtrendite im laufenden Jahr bei gut 51 Prozent. Zuletzt schloss das Papier bei 226,78 Dollar.
Analysten bleiben konstruktiv
An der Wall Street stehen die Zeichen weiter auf Aufwärts. Die Kursziele bewegen sich derzeit in dieser Spanne:
- Mizuho: 234 Dollar
- UBS: 235 Dollar
- Goldman Sachs: 241 Dollar
- HSBC: 250 Dollar
HSBC verweist auf die Sensitivität des Konzerns gegenüber hohen Ölpreisen und den Fokus auf das Upstream-Geschäft. UBS sieht stärkere Raffineriemargen und höhere Rohölerlöse und rechnet für das dritte Quartal mit einem Ergebnis von 4,93 Dollar je Aktie.
Mizuho erwartet dagegen wegen zeitlicher Effekte im Upstream-Geschäft leichten Druck auf die Schätzungen für Cashflow und Gewinn. Goldman Sachs bleibt bei „Buy“. Gestützt wird das Umfeld durch Konflikte im Nahen Osten, die den Ölpreis hochhalten.
Venezuela rückt näher
Zusätzlichen Rückenwind liefert ein Schauplatz, der lange brachlag. In Venezuela schreiben Ölfeldausrüster wie Weatherford, Baker Hughes, SLB und Halliburton Dutzende Stellen aus. Die US-Regierung treibt dort einen Wiederaufbauplan von 100 Milliarden Dollar voran, seit Nicolás Maduro im Januar gefasst wurde.
Chevron soll bald vier Bohranlagen im Land aktivieren. Derzeit sind in Venezuela nur zwei Rigs aktiv, die Rückkehr der Technik beginnt von niedrigem Niveau. Die Förderung liegt bei etwa 1,2 Millionen Barrel täglich. Beratern zufolge könnte sie bis Ende 2027 auf rund 1,5 Millionen steigen, vor allem durch die Reaktivierung alter Bohrungen.
Die Einschätzung der Experten fällt entsprechend vorsichtig aus: Das werde dauern. Für Chevron bedeutet das einen Wachstumspfad mit langem Atem, kurzfristig bleiben Ölpreis und Raffineriemargen die wichtigeren Kurstreiber. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, wie stark beides im dritten Quartal durchschlägt.
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