Chevron Aktie: JPMorgan ignoriert Gewinnwarnung

Trotz eines deutlichen Gewinnrückgangs im ersten Quartal 2026 bewerten Analysten die Chevron-Aktie positiv und erhöhen ihre Kursziele aufgrund eines starken Kerngeschäfts.

Chevron Aktie
Kurz & knapp:
  • Vorläufige Zahlen signalisieren massiven Gewinneinbruch
  • Temporäre Effekte und Produktionsausfälle belasten Ergebnis
  • Robustes Upstream-Geschäft durch hohe Rohstoffpreise
  • JPMorgan und Raymond James erhöhen Kursziele deutlich

Chevron hat mit vorläufigen Zahlen für das erste Quartal 2026 einen massiven Gewinneinbruch signalisiert. Milliardenbelastungen und Produktionsausfälle durch geopolitische Konflikte trüben das kurzfristige Bild erheblich. Analysten reagieren auf die schwachen Daten jedoch unerwartet und schrauben ihre Kursziele für den Ölkonzern deutlich nach oben.

Temporäre Effekte belasten die Bilanz

Hauptverantwortlich für den trüben Jahresauftakt sind buchhalterische Effekte. Sogenannte Mark-to-Market-Bewertungen bei Derivaten sowie LIFO-Lagereffekte im Downstream-Geschäft dürften das Ergebnis um 2,7 bis 3,7 Milliarden US-Dollar drücken. Hinzu kommen ein erwarteter Abfluss von Betriebskapital in Höhe von bis zu vier Milliarden Dollar sowie Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten von rund 400 Millionen Dollar.

Das Management betont allerdings, dass es sich hierbei primär um temporäre Verschiebungen in einem Umfeld steigender Preise handelt. Die Verantwortlichen erwarten, dass sich diese Verzerrungen in den kommenden Quartalen wieder umkehren und keine grundlegenden operativen Schwächen darstellen.

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Produktionsrückgang durch geopolitische Krisen

Neben den bilanziellen Effekten verzeichnete der Konzern auch einen realen Produktionsrückgang. Die Fördermenge sank im ersten Quartal um rund sechs Prozent auf 3,8 bis 3,9 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag, verglichen mit 4,05 Millionen im Vorquartal. Als Hauptgründe nennt das Unternehmen Ausfallzeiten beim wichtigen Tengizchevroil-Projekt in Kasachstan sowie die direkten Auswirkungen des Iran-Krieges auf die Aktivitäten im Nahen Osten.

JPMorgan rechnet aufgrund dieser Belastungen für das erste Quartal nur noch mit einem Gewinn von 0,96 Dollar je Aktie. Das liegt drastisch unter den bisherigen Markterwartungen von 2,04 Dollar.

Starkes Upstream-Geschäft treibt Kursziele

Den negativen Schlagzeilen steht ein äußerst robustes Kerngeschäft gegenüber. Die anhaltend hohen Rohstoffpreise bescheren dem Upstream-Segment im Vergleich zum Vorquartal voraussichtlich einen Ertragszuwachs von bis zu 2,2 Milliarden Dollar.

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Zudem gibt es positive Signale aus dem Mittelmeerraum: Das Leviathan-Gasfeld vor der Küste Haifas hat die Produktion nach einer 33-tägigen kriegsbedingten Pause wieder aufgenommen. Die Ausfallzeit wurde vom Konsortium genutzt, um eine dritte Pipeline fertigzustellen und die Kapazität des Feldes auf rund 14 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr zu erhöhen.

Diese operativen Lichtblicke für den Rest des Jahres veranlassen die Wall Street zu deutlichen Aufwertungen:

  • JPMorgan: Erhöht das Kursziel von 181 auf 216 US-Dollar (Rating: Overweight).
  • Raymond James: Hebt das Kursziel von 187 auf 238 US-Dollar an (Rating: Outperform).

Die endgültigen Quartalszahlen wird Chevron am 1. Mai 2026 vorlegen. Die detaillierten Daten werden konkrete Aufschlüsse darüber geben, inwieweit die hohen Ölpreise die operativen Ausfallzeiten beim wichtigen Wheatstone-Projekt tatsächlich kompensieren können.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.