Chevron hat mit vorläufigen Zahlen für das erste Quartal 2026 einen massiven Gewinneinbruch signalisiert. Milliardenbelastungen und Produktionsausfälle durch geopolitische Konflikte trüben das kurzfristige Bild erheblich. Analysten reagieren auf die schwachen Daten jedoch unerwartet und schrauben ihre Kursziele für den Ölkonzern deutlich nach oben.
Temporäre Effekte belasten die Bilanz
Hauptverantwortlich für den trüben Jahresauftakt sind buchhalterische Effekte. Sogenannte Mark-to-Market-Bewertungen bei Derivaten sowie LIFO-Lagereffekte im Downstream-Geschäft dürften das Ergebnis um 2,7 bis 3,7 Milliarden US-Dollar drücken. Hinzu kommen ein erwarteter Abfluss von Betriebskapital in Höhe von bis zu vier Milliarden Dollar sowie Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten von rund 400 Millionen Dollar.
Das Management betont allerdings, dass es sich hierbei primär um temporäre Verschiebungen in einem Umfeld steigender Preise handelt. Die Verantwortlichen erwarten, dass sich diese Verzerrungen in den kommenden Quartalen wieder umkehren und keine grundlegenden operativen Schwächen darstellen.
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Produktionsrückgang durch geopolitische Krisen
Neben den bilanziellen Effekten verzeichnete der Konzern auch einen realen Produktionsrückgang. Die Fördermenge sank im ersten Quartal um rund sechs Prozent auf 3,8 bis 3,9 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag, verglichen mit 4,05 Millionen im Vorquartal. Als Hauptgründe nennt das Unternehmen Ausfallzeiten beim wichtigen Tengizchevroil-Projekt in Kasachstan sowie die direkten Auswirkungen des Iran-Krieges auf die Aktivitäten im Nahen Osten.
JPMorgan rechnet aufgrund dieser Belastungen für das erste Quartal nur noch mit einem Gewinn von 0,96 Dollar je Aktie. Das liegt drastisch unter den bisherigen Markterwartungen von 2,04 Dollar.
Starkes Upstream-Geschäft treibt Kursziele
Den negativen Schlagzeilen steht ein äußerst robustes Kerngeschäft gegenüber. Die anhaltend hohen Rohstoffpreise bescheren dem Upstream-Segment im Vergleich zum Vorquartal voraussichtlich einen Ertragszuwachs von bis zu 2,2 Milliarden Dollar.
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Zudem gibt es positive Signale aus dem Mittelmeerraum: Das Leviathan-Gasfeld vor der Küste Haifas hat die Produktion nach einer 33-tägigen kriegsbedingten Pause wieder aufgenommen. Die Ausfallzeit wurde vom Konsortium genutzt, um eine dritte Pipeline fertigzustellen und die Kapazität des Feldes auf rund 14 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr zu erhöhen.
Diese operativen Lichtblicke für den Rest des Jahres veranlassen die Wall Street zu deutlichen Aufwertungen:
- JPMorgan: Erhöht das Kursziel von 181 auf 216 US-Dollar (Rating: Overweight).
- Raymond James: Hebt das Kursziel von 187 auf 238 US-Dollar an (Rating: Outperform).
Die endgültigen Quartalszahlen wird Chevron am 1. Mai 2026 vorlegen. Die detaillierten Daten werden konkrete Aufschlüsse darüber geben, inwieweit die hohen Ölpreise die operativen Ausfallzeiten beim wichtigen Wheatstone-Projekt tatsächlich kompensieren können.
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