Chevron hat die Erwartungen übertroffen – und das in einem schwierigen Marktumfeld. Der US-Ölkonzern legte am 30. Januar 2026 Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor, die zeigen: Rekordproduktion und konsequentes Kostenmanagement können sinkende Rohstoffpreise mehr als wettmachen. Die Aktie reagierte im vorbörslichen Handel zunächst zögerlich, legte dann aber um 1,2 Prozent auf 173,26 Dollar zu.
Das bereinigte Ergebnis je Aktie erreichte 1,52 Dollar – Analysten hatten lediglich 1,45 Dollar erwartet. Der Umsatz verfehlte mit 46,87 Milliarden Dollar zwar knapp die Prognose von 47,15 Milliarden Dollar, doch der operative Cashflow von 10,8 Milliarden Dollar im vierten Quartal untermauert die finanzielle Stärke des Konzerns.
Produktion auf Allzeithoch
Die weltweite Förderung kletterte 2025 auf einen historischen Rekord von 3,723 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag – ein Plus von 12 Prozent gegenüber 2024. Treiber waren die Übernahme von Hess (+261.000 Barrel/Tag), das Tengiz-Projekt in Kasachstan (+115.000 Barrel/Tag), das Permian-Becken (+100.000 Barrel/Tag) und der Golf von Mexiko (+65.000 Barrel/Tag). Für 2026 peilt Chevron ein weiteres Wachstum von 7 bis 10 Prozent an – die Zielmarke liegt bei 3,98 bis 4,1 Millionen Barrel pro Tag.
Im Januar 2026 kam es allerdings zu einem Dämpfer: Das Tengiz-Feld mit einer Kapazität von einer Million Barrel pro Tag musste nach einem Ausfall im Stromverteilungssystem vorübergehend heruntergefahren werden. CEO Mike Wirth betonte, es handle sich um ein mechanisches Problem – Sabotage oder Cyberangriffe seien ausgeschlossen. Die Produktion läuft inzwischen wieder an, die Jahresziele für 2026 bleiben unverändert.
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Venezuela im Fokus
Chevron ist seit über 100 Jahren in Venezuela aktiv und aktuell der einzige operierende US-Konzern im Land. Seit 2022 hat das Unternehmen die Produktion dort um über 200.000 Barrel pro Tag gesteigert – finanziert ausschließlich aus den Cash-Flows der Joint Ventures vor Ort. Jetzt kündigt Wirth an, die Förderung in den nächsten 18 bis 24 Monaten um weitere 50 Prozent erhöhen zu können.
Doch Chevron bleibt vorsichtig: „Wir brauchen Stabilität im Land, ein verlässliches Fiskalregime und Wettbewerbsfähigkeit im Portfolio“, so Wirth. Ein neues Kohlenwasserstoffgesetz wurde am 29. Januar 2026 in Venezuela verabschiedet – die Prüfung läuft noch. Trotz des enormen Ressourcenpotenzials will der Konzern keine großen Neuinvestitionen ankündigen, bevor die Rahmenbedingungen klar sind.
Kostensenker mit System
Chevron hat 2025 strukturelle Kosteneinsparungen von 1,5 Milliarden Dollar erzielt. Bis Ende 2026 sollen es 3 bis 4 Milliarden Dollar sein – mehr als 60 Prozent davon durch dauerhafte Effizienzgewinne. CFO Eimear Bonner verwies auf die Neuorganisation im Oktober 2025: Alle Schieferöl-Assets wurden in einer Einheit gebündelt, Best Practices werden konzernweit geteilt, Künstliche Intelligenz optimiert Lieferkettenverhandlungen und Produktionschemie.
Das Permian-Becken erreichte erstmals die Schwelle von einer Million Barrel pro Tag – bei gleichzeitig sinkenden Investitionen. Die Bohrkosten wurden seit 2022 halbiert, der Kapitaleinsatz soll 2026 unter 3,5 Milliarden Dollar bleiben. Ähnliche Effizienzprogramme laufen jetzt auch im Bakken, im DJ-Becken und in Argentinien.
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Dividende und Aktienrückkäufe
Chevron erhöhte die Quartalsdividende um 4 Prozent – die vierte Rekordausschüttung in Folge. Allein 2025 flossen 27 Milliarden Dollar an die Aktionäre zurück: 12,8 Milliarden Dollar als Dividende, 12,1 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe und 2,2 Milliarden Dollar für den Erwerb von Hess-Aktien im ersten Quartal 2025. Im vierten Quartal wurden Aktien im Volumen von 3 Milliarden Dollar zurückgekauft – am oberen Ende der Guidance.
Die Bilanz bleibt stark: Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu Cashflow liegt bei 1,0. Wirth betont, dass Chevron bei einem Ölpreis unter 50 Dollar je Barrel Dividende und Investitionen decken könne.
Ausblick und neue Projekte
Im östlichen Mittelmeer treibt Chevron mehrere Gasprojekte voran. Das Tamar-Optimierungsprojekt ging im Januar 2026 in Betrieb und erhöht die Bruttokapazität auf 1,6 Milliarden Kubikfuß pro Tag. Für die Leviathan-Erweiterung fiel im Januar 2026 die finale Investitionsentscheidung – bis Ende des Jahrzehnts soll die Kapazität auf 2,1 Milliarden Kubikfuß pro Tag steigen. Das Aphrodite-Projekt vor Zypern ist in die FEED-Phase eingetreten.
Chevron sieht in der Region Potenzial für eine Verdopplung von Gewinn und Cashflow bis 2030. Eine Explorationsbohrung vor Ägypten ist bereits geplant – die Seismik wurde bereits ausgewertet.
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