Chevron: Mai-1-Bilanz nach 21%-Jahresrally

Nachlassende geopolitische Risikoprämie lenkt den Blick auf Chevrons operative Stärke und die anstehenden Quartalszahlen.

Chevron Aktie
Kurz & knapp:
  • Geopolitische Risikoprämie im Ölpreis sinkt
  • Quartalszahlen am 1. Mai im Fokus
  • Rekordproduktion von über 3,7 Mio. Barrel
  • Analysten mehrheitlich mit Kaufempfehlungen

Starke Kursgewinne durch geopolitische Krisen, nun ein spürbarer Rücksetzer — bei Chevron wandelt sich das Marktumfeld rasant. Die Risikoprämie aus dem Nahostkonflikt schwindet zusehends aus dem Ölpreis. Damit rückt für den US-Energiekonzern wieder das operative Geschäft in den Mittelpunkt.

Brent-Rohöl kletterte Anfang April in der Spitze auf über 138 US-Dollar je Barrel. Inzwischen kühlt der Markt ab. Das hinterlässt Spuren im Aktienkurs von Chevron. Auf Monatssicht verzeichnet das Papier ein Minus von rund elf Prozent.

Aktuell notiert die Aktie bei 157,46 Euro und hat sich damit spürbar von ihrem Ende März erreichten Jahreshoch entfernt. Dennoch steht seit Januar weiterhin ein solides Plus von 18 Prozent auf der Anzeigetafel. Ein Grund für die jüngste Schwäche ist die Kapitalrotation. Höhere Energiekosten belasten die Bilanzen vieler Tech-Konzerne. Portfolio-Manager reduzieren deshalb ihre Öl-Positionen und schichten Gelder in den Halbleiter- und KI-Sektor um.

Operatives Geschäft auf dem Prüfstand

Die anstehenden Quartalszahlen am 1. Mai rücken daher in den Fokus. Die Ausgangslage ist anspruchsvoll. Im vergangenen Jahr verfehlte Chevron mit einem Gewinn je Aktie von 6,63 US-Dollar die Markterwartungen. Der Nettogewinn fiel deutlich auf 12,3 Milliarden US-Dollar. Enttäuschen die Zahlen für das erste Quartal, droht der Aktie weiteres Abwärtspotenzial.

Rekordproduktion stützt den Kurs

Dem operativen Gegenwind stehen robuste Kernkennzahlen gegenüber. Der Konzern erreichte zuletzt eine Rekordproduktion von über 3,7 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag. Im gleichen Schritt hob das Management die Quartalsdividende auf 1,78 US-Dollar an. Es ist die 39. jährliche Anhebung in Folge.

Bis Ende 2026 strebt die Führungsetage strukturelle Kostensenkungen in Milliardenhöhe an. Die Basis dafür bildet ein starker Cashflow. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Chevron einen operativen Mittelzufluss von knapp 34 Milliarden US-Dollar. Das sichert die Ausschüttungen an die Aktionäre ab.

Analysten bleiben optimistisch

Trotz der jüngsten Kurskorrektur blicken Branchenexperten mehrheitlich positiv auf den Energieriesen. Mehrere Banken haben ihre Einschätzungen in den vergangenen Wochen aktualisiert:

  • Tudor Pickering: Hochstufung auf „Kaufen“ mit einem Kursziel von 225 US-Dollar.
  • HSBC: Wechsel von „Halten“ auf „Kaufen“, das Ziel liegt bei 215 US-Dollar.
  • Scotiabank: Anhebung des Kursziels von 168 auf 187 US-Dollar.

Am 1. Mai präsentiert Chevron die Ergebnisse für das erste Quartal. Ein starker operativer Cashflow aus dem Upstream-Geschäft ist nun zwingend erforderlich, um die hohen Ölpreise der vergangenen Monate in zählbare Gewinne umzumünzen. Gelingt dies, liefert das den nötigen Rückhalt für die Aktienrückkäufe und die langfristige Dividendenstrategie.

Chevron-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Chevron-Analyse vom 26. April liefert die Antwort:

Die neusten Chevron-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Chevron-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Chevron: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Chevron

Über Dr. Robert Sasse 3508 Artikel

Dr. Robert Sasse: Ökonom, Unternehmer, Finanzexperte

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom, erfahrener Unternehmer und anerkannter Experte für Finanzmärkte. Mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung in der Analyse von Aktienmärkten und wirtschaftlichen Zusammenhängen verbindet er wissenschaftliche Fundierung mit unternehmerischer Praxis. Er unterstützt Anleger, die langfristigen Vermögensaufbau und finanzielle Unabhängigkeit durch fundierte Strategien anstreben.

Werdegang und Erfahrung

Dr. Sasses Laufbahn ist geprägt von akademischer Exzellenz und praktischer Marktkenntnis. Er promovierte in Wirtschaftswissenschaften und hält einen Master of Science in Marketing und Sales sowie einen Abschluss als Betriebswirt. Bereits während und nach dem Studium sammelte er in renommierten Analystenhäusern und Unternehmen tiefgreifende Erfahrungen in der Bewertung von Aktien und Fonds.

Als Gründer und Geschäftsführer der YES Investmedia GmbH ist er unternehmerisch im Bereich der Finanzpublikationen tätig. Seine Expertise umfasst die Analyse komplexer wirtschaftlicher Themen wie demographischer Wandel oder globaler Markttrends sowie deren Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Durch seine langjährige Tätigkeit hat er sich als Autor zahlreicher Analysen und Kommentare zu wirtschaftlichen und börsenrelevanten Themen etabliert.

Philosophie und Ansatz

Dr. Sasse ist überzeugt, dass eine freiheitlich-marktwirtschaftliche Ordnung die Basis für Wohlstand und Innovation ist. Er betrachtet Aktien als einen zentralen Baustein für finanzielle Unabhängigkeit und eine moderne Altersvorsorge. Seine Mission ist es, wirtschaftliche Zusammenhänge verständlich zu machen und Anlegern die Vorteile eines langfristigen, systematischen Vermögensaufbaus näherzubringen.

Sein Ansatz zeichnet sich durch die Verbindung von wissenschaftlicher Analyse und einem klaren, sachlichen Stil aus. Er legt Wert darauf, Lesern – unabhängig von ihrem Vorwissen – zu helfen, informierte Finanzentscheidungen zu treffen.