Starke Quartalszahlen, angehobene Prognose – und doch fällt der Kurs. Bei Ciena zeigt sich, wie gefährlich überzogene Erwartungen sein können. Der Netzwerkausrüster hat seine Zahlen für das zweite Fiscal-Quartal 2026 vorgelegt. Die Botschaft ist klar: Das Geschäft brummt, angetrieben von KI-Investitionen der Hyperscaler. Aber das reichte den Anlegern nicht.

Hyperscaler und KI als Wachstumstreiber

Der Umsatz kletterte auf 1,57 Milliarden Dollar – ein Plus von 40 Prozent im Jahresvergleich. Das bereinigte Ergebnis je Aktie schnellte auf 1,64 Dollar nach oben, ein Sprung von 290 Prozent. Auch die Margen verbesserten sich: Die Bruttomarge erreichte 44,9 Prozent, die operative Marge 19,5 Prozent.

Den größten Anteil am Wachstum hatte das Geschäft mit den Hyperscalern. Direkte Cloud-Kunden steigerten ihre Ausgaben um 70 Prozent und machten rund ein Drittel des Quartalsumsatzes aus. Das Routing- und Switching-Geschäft legte um 88 Prozent zu – getrieben von Lösungen für das Datenzentrum-Management. Erstmals verbuchte Ciena zudem eine Multi-Rail-Bestellung für sein innovatives RLS Hyper Rail-System von einem großen Cloud-Anbieter.

Der Auftragsbestand wuchs sequenziell auf 7,7 Milliarden Dollar. Die Nachfrage übersteigt weiterhin die Lieferkapazitäten.

Prognose angehoben, Kurs fällt

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Ciena nun mit einem Umsatz von 6,3 Milliarden Dollar – ein Plus von 32 Prozent zum Vorjahr. Im dritten Fiscal-Quartal erwartet das Management 1,625 Milliarden Dollar Umsatz.

Die Aktie gab dennoch nach. Der Grund: In den Vormonaten war der Kurs bereits stark gestiegen. Die Markterwartungen waren so hoch, dass selbst diese starken Zahlen nicht ausreichten, um sie zu übertreffen. Eine klassische „Buy the Rumor, Sell the News“-Reaktion.

Der milliardenschwere Auftragsbestand und die anhaltende Nachfrage der Hyperscaler sprechen jedoch für anhaltendes Momentum. Die Q3-Prognose im August wird zeigen, ob Ciena das Tempo halten kann.