Circus SE will 2026 beweisen, dass das Unternehmen mehr ist als ein ambitioniertes Versprechen. Der testierte Jahresbericht 2025 kommt bis spätestens 30. Juni — und Anleger warten dringend auf Klarheit. Bisher liegen nur vorläufige Zahlen vor.

Starkes Wachstum, hohe Verluste

Der Umsatz stieg 2025 auf rund 1,5 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es lediglich 250.000 Euro. Das klingt nach Dynamik — aber der operative Verlust weitete sich auf 15,3 Millionen Euro aus. Der Grund: Circus lieferte die ersten Kochroboter des Typs CA-1 erst im vierten Quartal 2025 aus. Der operative Start kam schlicht zu spät, um das Jahr zu retten.

Ziele für 2026: Großer Sprung geplant

Das Management hat die Latte hoch gelegt. Der Umsatz soll auf bis zu 55 Millionen Euro klettern. Parallel will Circus den operativen Verlust spürbar senken. Um das zu finanzieren, hat das Unternehmen einen Rahmen von 50 Millionen Euro gesichert.

Das Ziel: 64 CA-1-Einheiten pro Monat bis Jahresende. Neben zivilen Kunden bedient Circus auch den Verteidigungssektor — ein Schritt, der das Geschäftsmodell deutlich breiter aufstellt.

Aktie weit unter alten Hochs

Die Börse glaubt den Plänen bislang nicht. Die Aktie verlor seit Jahresanfang rund 44 Prozent und notiert aktuell bei 6,79 Euro. Das 52-Wochen-Hoch von 23,50 Euro, erreicht im November 2025, liegt mehr als 70 Prozent entfernt. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 11,29 Euro ist ebenfalls weit weg.

Immerhin: In den vergangenen sieben Tagen legte das Papier gut vier Prozent zu. Marktbeobachter werten das als technische Gegenbewegung ohne neuen fundamentalen Treiber.

Die nächsten Monate bringen mehrere Gelegenheiten zur Neubewertung. Nach dem Jahresbericht Ende Juni folgt am 16. Juli ein Quartals-Update-Call für Q2 2026. Die Hauptversammlung ist für den 20. August 2026 angesetzt. Spätestens dann zeigt sich, ob Circus die ambitionierten Umsatzziele auch operativ unterlegt.