Die Diskrepanz könnte kaum größer sein. Auf dem Papier sitzt Circus SE auf einem Milliardenpotenzial und gewinnt NATO-Staaten als Kunden. An der Börse hingegen gleicht der Chart einem Trümmerfeld. Der Robotik-Spezialist muss nun beweisen, dass er seine autonomen Systeme profitabel skalieren kann.
Zwischen Kursverfall und Analysten-Hoffnung
Am Freitag kletterte die Aktie um rund viereinhalb Prozent auf 6,71 Euro. Das ändert wenig am übergeordneten Bild. Seit Jahresbeginn hat das Papier 44 Prozent an Wert verloren. Das Rekordhoch ist weit entfernt.
Trotzdem bleiben Analysten optimistisch. Sie bewerten die Aussichten allerdings völlig unterschiedlich. Die Montega AG ruft ein Kursziel von 10,00 Euro auf. mwb research sieht den fairen Wert bei 46,00 Euro. Der Grund für diese massive Spanne: Die Experten schätzen das Tempo der Skalierung unterschiedlich ein. Auch bei der Monetarisierung des Betriebssystems CircusOS gehen die Meinungen auseinander.
Rüstungssektor als neuer Hebel
Operativ meldet das Unternehmen klare Fortschritte. Die Systemverfügbarkeit des Robotik-Modells CA-1 stieg auf über 92 Prozent. Der tägliche Wartungsaufwand sank auf 1,5 Stunden.
Parallel dazu baut Circus ein starkes Momentum im Verteidigungssektor auf. Die Technologie läuft bereits an einem gesicherten Standort der Bundeswehr. Auch die litauischen Streitkräfte erteilten einen Auftrag. Das Management verhandelt aktuell mit mehr als zehn NATO-Mitgliedstaaten. Hinzu kommt die geplante Versorgung ukrainischer Soldaten. Dieser Bereich wächst deutlich schneller als erwartet.
Leasing soll Vertrieb beschleunigen
Der Auftragsbestand umfasst derzeit über 550 feste Systeme. Zu den Kunden zählen REWE, Mercedes und die Bundeswehr. Unverbindliche Vorbestellungen summieren sich auf ein Milliardenpotenzial.
Um diese Interessenten schneller in zahlende Kunden zu verwandeln, ändert Circus sein Vertriebsmodell. Ab 4.000 Euro im Monat können Unternehmen die Anlagen ohne Vorabinvestition leasen. Dafür kooperiert der Spezialist mit Siemens Financial Services und der LBBW-Tochter MMV Leasing. Das Ziel: Die Verkaufszyklen sollen um bis zu 70 Prozent schrumpfen.
Die Finanzzahlen hinken dieser Entwicklung noch hinterher. Im vierten Quartal 2025 erzielte Circus erste Serienumsätze in Millionenhöhe. Das bereinigte operative Ergebnis lag jedoch bei minus 15,3 Millionen Euro. Montega erwartet den operativen Break-even ab 2027.
Frische Details zur Liquidität liefert der vollständige Geschäftsbericht am 30. Juni 2026. Am 16. Juli folgt dann das nächste operative Update des Managements.
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