Circus Aktie: Rätselhafter Absturz?

Circus SE verzeichnet 2025 hohe operative Verluste bei geringem Umsatz. Für 2026 strebt das Unternehmen einen massiven Umsatzsprung an, der von Pilotprojekten mit Bundeswehr, REWE und Mercedes-Benz abhängt.

Circus Aktie
Kurz & knapp:
  • Hoher operativer Verlust bei minimalem Umsatz 2025
  • Ambitionierte Umsatzprognose für das laufende Jahr
  • Pilotprojekte mit Bundeswehr, REWE und Mercedes-Benz
  • Aktienkurs deutlich unter dem Jahreshoch von 2025

250.000 Euro Umsatz, knapp 15 Millionen Euro operativer Verlust — das ist die Bilanz der Circus SE für 2025. Für 2026 peilt das Hamburger KI-Robotik-Unternehmen Erlöse zwischen 44 und 55 Millionen Euro an. Der Sprung, den das Management verspricht, ist enorm. Der Markt glaubt ihm bislang nicht.

Drei Pilotprojekte sollen die Wende bringen

Die operative Pipeline des Unternehmens ist durchaus prominent besetzt. Ein Vertrag mit der Bundeswehr zur autonomen Lebensmittelversorgung in Kasernen läuft seit Januar, ein ähnliches Abkommen mit dem 3. Armeekorps der ukrainischen Streitkräfte umfasst bis zu 25 Robotersysteme. Im Einzelhandel testet REWE in Düsseldorf unter dem Label „Fresh & Smart“ Circus-Systeme — über eine breitere Einführung soll erst nach Abschluss der achtmonatigen Testphase entschieden werden. Ab Sommer 2026 soll der vollautonome Kochroboter CA-1 zudem in der Mercedes-Benz-Kantine in Sindelfingen eingesetzt werden.

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Circus verweist auf über 8.000 Vorbestellungen mit einem theoretischen Umsatzpotenzial von mehr als 1,6 Milliarden Euro. In zahlungswirksame Aufträge haben sich diese bislang kaum verwandelt. Um die Einstiegshürde zu senken, startet das Unternehmen gemeinsam mit MMV Leasing, einer LBBW-Tochter, ein Leasingmodell, das hohe Anschaffungskosten in planbare Betriebsausgaben umwandeln soll.

Insider kaufen — die Aktie dennoch auf Tiefstand

Dass Verwaltungsratschef Dr. Jan-Christian Heins zuletzt Aktien zu 7,26 Euro erwarb und weitere Käufe aus dem Führungsumfeld Ende Januar und Anfang Februar folgten, ist zumindest ein bemerkenswertes Signal. Die Kursentwicklung erzählt eine andere Geschichte: Seit dem 52-Wochen-Hoch bei 24,20 Euro im März 2025 hat die Aktie rund 73 Prozent verloren und notiert heute bei 6,54 Euro — knapp über dem gestrigen Jahrestief.

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Das EBITDA soll auch 2026 negativ bleiben, zwischen minus 6 und minus 8 Millionen Euro. Die Prognose setzt voraus, dass Roboterauslieferungen planmäßig hochlaufen und SaaS-Erlöse zulegen. Beides ist noch nicht belegt.

Am 28. März 2026 findet in der Münchner Motorworld ein Investorentag statt — der nächste konkrete Termin, an dem das Management seine Skalierungspläne untermauern muss. Gelingt die Auslieferung an Mercedes-Benz im Sommer und liefert der REWE-Pilot positive Ergebnisse, bekommt die 2026er-Prognose erstmals eine reale Grundlage. Verzögern sich Auslieferungen oder fallen Pilotauswertungen negativ aus, dürfte der Druck auf den Titel weiter zunehmen.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.