250.000 Euro Umsatz, knapp 15 Millionen Euro operativer Verlust — das war 2025. Für 2026 prognostiziert das Management nun 44 bis 55 Millionen Euro. Ein Sprung um das Hundertfache, der auf einem fragilen Fundament steht.
Das Problem ist struktureller Natur: Hinter den meisten der über 8.000 Vorbestellungen, die theoretisch mehr als 1,6 Milliarden Euro Potenzial repräsentieren, stecken Pilotphasen und Absichtserklärungen — keine festen Lieferverträge.
Echte Einsätze, offene Verträge
Die Referenzliste des KI-Küchenroboters CA-1 liest sich beeindruckend. Die Bundeswehr erprobt das System in einer Kaserne, die ukrainischen Streitkräfte haben ein Abkommen über bis zu 25 Einheiten unterzeichnet, REWE betreibt seit der Eröffnung eines „Fresh & Smart“-Markts in Düsseldorf-Heerdt einen Testbetrieb. Für den Sommer ist Mercedes-Benz Gastronomie am Standort Sindelfingen als Kunde bestätigt.
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Allerdings gilt für die meisten dieser Engagements dasselbe Muster: Die Inbetriebnahme der Bundeswehr-Einheit steht noch aus, REWE entscheidet erst nach einer achtwöchigen Testphase über eine Ausweitung — frühestens im Sommer, möglicherweise erst im Herbst. Aus Piloten werden Aufträge nur, wenn Kunden nach der Auswertung ihrer Befragungen grünes Licht geben.
Auf der Produktionsseite hat Circus die Voraussetzungen geschaffen: Fertigungspartner Celestica hat die Industrialisierung des CA-1 abgeschlossen, die Kapazitäten sind auf vierstellige Stückzahlen ausgelegt. Für den Verteidigungssektor plant das Unternehmen eine zweite europäische Produktionsstätte mit einer Zielkapazität von mehr als 10.000 Einheiten. Kapazität und Nachfrage klaffen damit noch erheblich auseinander.
Anlegertag ohne Wirkung, Quartalsbericht als nächster Test
Um Kunden den Einstieg zu erleichtern, setzt Circus auf eine Leasingpartnerschaft mit MMV Leasing, einer LBBW-Tochter. Ergänzend emittierte das Unternehmen kurz vor dem Anlegertag eine Mini-Anleihe über rund 1,67 Millionen Euro — ein Sale-and-Leaseback-Konstrukt, das Liquidität schafft, ohne Aktionäre zu verwässern. Ende 2025 waren bereits rund 30 Millionen Euro von institutionellen Investoren geflossen.
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Der Anlegertag in München am 28. März sollte Vertrauen zurückgewinnen. Der Kurs reagierte mit weiteren Verlusten. Seit Jahresanfang hat die Aktie rund 49 Prozent eingebüßt und notiert mit 6,20 Euro deutlich unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts von 13,04 Euro.
Das gesamtwirtschaftliche Umfeld liefert dem Geschäftsmodell zumindest strukturellen Rückenwind: Die Insolvenzen in der Gastronomie stiegen 2025 um knapp 30 Prozent, Kosten für Waren, Personal und Energie legten seit 2022 teils um 40 Prozent zu — der Druck auf die Branche wächst, und damit potenziell die Bereitschaft zur Automatisierung.
Wie viel von der 44-Millionen-Prognose tatsächlich in Rechnung gestellt wird, zeigt sich spätestens am 3. Juni 2026, wenn Circus den nächsten Quartalsbericht vorlegt. Bis dahin entscheidet sich, ob REWE und die Bundeswehr vom Test- in den Vertragsmodus wechseln.
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