Die Auftragsbücher sind voll, der US-Markteintritt rückt näher. Operativ schaltet der Kochroboter-Spezialist Circus SE in den Angriffsmodus. Auf dem Kurszettel sieht die Realität anders aus. Seit Jahresanfang verlor das Papier rund 33 Prozent an Wert.

Das Analysehaus Montega bewertet diese Diskrepanz nun als Chance. Analyst Bastian Brach startet die Beobachtung der Aktie mit einer Kaufempfehlung. Sein Kursziel liegt bei 10,00 Euro auf Sicht von zwölf Monaten. Am Dienstag schloss die Aktie bei 8,06 Euro. Das entspricht einem Abstand von gut 10 Prozent zur 50-Tage-Linie. Kurz gesagt: reichlich Aufholpotenzial.

Skalierung entscheidet über Profitabilität

Die positive Einschätzung stützt sich auf das Kerngeschäft. Circus baut autonome Food-Produktionssysteme. Das Modell CA-1 bereitet auf sieben Quadratmetern bis zu 100 Mahlzeiten pro Stunde zu. Die Nachfrage ist hoch. Der Auftragsbestand liegt laut Montega bei über 500 Einheiten. Kunden wie REWE, Mercedes und die Bundeswehr greifen bereits zu.

Für die kommenden Jahre erwarten die Experten eine steile Rampe bei den Auslieferungen. Im laufenden Jahr sollen 170 Einheiten zum Kunden rollen. Bis 2028 prognostiziert Montega einen Anstieg auf 350 Systeme. Das treibt die Erlöse massiv an.

Neben der Hardware wächst das margenstarke Softwaregeschäft. Dieser Bereich soll künftig über 50 Millionen Euro beisteuern. Der gesamte Konzernumsatz steigt laut Schätzungen auf knapp 140 Millionen Euro. Den operativen Break-even erwarten die Analysten für das Jahr 2027.

Strategischer Sprung in die USA

Ein weiterer Kurstreiber ist die vorgezogene Expansion in den Vereinigten Staaten. Circus kaufte kürzlich das Unternehmen K-Robotics. Der Markteintritt in den USA rückt damit auf das zweite Halbjahr 2026 vor. Ursprünglich war dieser Schritt erst später geplant. Das Management zahlte für die Übernahme einen niedrigen sechsstelligen Barbetrag.

Das Unternehmen positioniert sich damit früh im wichtigen US-Markt für Automatisierungslösungen. Operativ ist der Weg klar vorgezeichnet. Gelingt die Skalierung der Produktion mit Partner Celestica wie geplant, rückt die Gewinnzone in greifbare Nähe. Die extrem hohe Volatilität der Aktie von über 100 Prozent verspricht dabei weiterhin starke Kursschwankungen.