Der Anlegertag in München sollte Vertrauen zurückgewinnen. Stattdessen gibt die Aktie seither weiter nach — und notiert seit Jahresanfang rund 47 Prozent im Minus. Das Zahlenwerk für 2025 lieferte dafür wenig Gegenargumente.
Umsatzsprung als Versprechen
250.000 Euro Umsatz stehen knapp 15 Millionen Euro operativem Verlust gegenüber — das sind die Eckwerte für 2025. Für das laufende Jahr prognostiziert das Management nun 44 bis 55 Millionen Euro. Ein Sprung um das Hundertfache, gestützt auf über 8.000 Vorbestellungen mit einem theoretischen Potenzial von mehr als 1,6 Milliarden Euro.
Das Problem: Hinter den meisten dieser Projekte stehen Pilotphasen und Absichtserklärungen, keine festen Lieferverträge.
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Piloten ja, Aufträge noch nicht
Die operative Pipeline ist konkret. Die Bundeswehr setzt den Kochroboter CA-1 in Kasernen ein, die ukrainischen Streitkräfte haben ein Abkommen über bis zu 25 Systeme unterzeichnet. REWE testet das Konzept in einem „Fresh & Smart“-Markt in Düsseldorf-Heerdt, für Sommer 2026 ist Mercedes-Benz Gastronomie am Standort Sindelfingen als Kunde bestätigt. Produktionsseitig ist die Kapazität für eine vierstellige Stückzahl vorhanden — Auftragsfertiger Celestica hat die Industrialisierung abgeschlossen.
Hinzu kommt eine seit August 2025 bestehende NATO-Zulassung, die die Teilnahme an multinationalen Beschaffungsprogrammen ermöglicht — ein Alleinstellungsmerkmal in der europäischen KI-Robotik.
Die Frage, wann aus diesen Piloten belastbare Umsätze werden, bleibt vorerst offen.
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Finanzierung gesichert, Kurs nicht stabilisiert
Kurz vor dem Anlegertag sammelte Circus SE über die Mini-Anleihe „Circus Robotics I“ rund 1,67 Millionen Euro ein, um sechs CA-1-Roboter per Sale-and-Leaseback zu finanzieren. Dahinter steht eine Partnerschaft mit der Finexity AG, die perspektivisch auch größere Anleihetransaktionen im achtstelligen Bereich ermöglichen soll. Ende 2025 waren bereits rund 30 Millionen Euro von institutionellen Investoren geflossen.
CEO Nikolas Bullwinkel und Verwaltungsratsmitglieder kauften im März eigene Aktienpakete — ein Signal, das Marktbeobachter als Bekenntnis zur Erreichung der Jahresziele werten. Den Kursverfall gestoppt hat es bisher nicht. Mit einem RSI von 78 und einem Kurs von 6,42 Euro — knapp 18 Prozent über dem 52-Wochen-Tief — hat die Aktie zuletzt zwar etwas Boden gutgemacht, liegt aber noch immer rund 51 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt.
Wie viel von der 44-Millionen-Prognose tatsächlich in Rechnung gestellt wird, zeigt sich spätestens mit den Jahreszahlen 2026. Bis dahin entscheidet sich in den kommenden Monaten, ob REWE-Tests und Bundeswehr-Piloten den Weg zu verbindlichen Großaufträgen ebnen.
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