Die drittgrößte US-Bank könnte schon bald aus der regulatorischen Zwangsjacke entlassen werden. Nach sechs Jahren intensiver Compliance-Arbeit rechnen Führungskräfte damit, die belastenden Auflagen noch 2026 loszuwerden. Für Anleger könnte das ein Wendepunkt sein – denn dann hätte CEO Jane Fraser endlich freie Hand für Wachstum und Übernahmen.
Seit 2020 steht Citigroup unter verschärfter Aufsicht der US-Notenbank Fed und des Office of the Comptroller of the Currency. Auslöser war eine peinliche Panne: Die Bank hatte versehentlich 900 Millionen Dollar an Revlon-Gläubiger überwiesen. Die Regulierer verhängten Strafen von insgesamt 536 Millionen Dollar und verlangten umfassende Korrekturen in der Datenverwaltung, im Risikomanagement und bei internen Kontrollen.
80 Prozent geschafft
Fraser zeigte sich im Januar optimistisch und bezifferte den Fortschritt auf 80 Prozent. Finanzvorstand Mark Mason kündigte an, dass die Bank 2026 weniger für Compliance-Maßnahmen ausgeben wird als 2025. Zwei mit der Situation vertraute Personen berichten nun, dass Führungskräfte bereits gegenüber Kunden kommunizieren: Die Arbeiten könnten noch dieses Jahr abgeschlossen werden.
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Allerdings liegt die Entscheidung nicht bei der Bank selbst. Fed und OCC müssen die Korrekturen prüfen und formal absegnen. Dieser Prozess kann Monate dauern. Wells Fargo-Analyst Mike Mayo sieht dennoch gute Chancen: „Die Bank hat nichts mehr Grundlegendes zu erledigen. Die restlichen Arbeiten sind eher eine Pflichtübung für die Regulierer.“ Mayo stuft Citigroup als Top-Pick unter den US-Banken ein.
Trump-Administration als Rückenwind
Die politischen Rahmenbedingungen spielen Citigroup in die Karten. Unter Präsident Donald Trump gelten die Finanzaufseher als unternehmensfreundlicher. Goldman Sachs-Analyst Richard Ramsden erwartet, dass die neue Administration die Fortschritte eher anerkennen wird als eine demokratisch geführte Regierung. Erste Signale der Regulierer waren positiv: Im Dezember hob das OCC eine 2024 verhängte Ergänzung zur Datenmanagement-Auflage auf. Die Fed beendete ebenfalls Nachbesserungsforderungen zu Risikokontrollen.
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Für Citigroup wäre die Aufhebung der Auflagen ein Meilenstein. Aktuell ist die Bank bei Übernahmen eingeschränkt – ein klarer Wettbewerbsnachteil. Zudem hat Fraser ihre Karriere darauf gesetzt, die Transformation zu stemmen. Sie verkaufte Geschäftsbereiche, baute Stellen ab und verschlankte die Konzernstruktur. Die Aktie dankte es 2025 mit einem Plus von 63 Prozent.
Rentabilität hinkt hinterher
Trotz der Fortschritte bleibt Citigroup hinter der Konkurrenz zurück. Die Eigenkapitalrendite liegt deutlich unter dem selbst gesteckten Ziel von 11 bis 12 Prozent für 2026. Im Januar kündigte die Bank an, im Rahmen des seit 2024 laufenden Stellenabbauprogramms weitere 1.000 Jobs zu streichen. Bis Ende 2026 sollen insgesamt 20.000 Stellen wegfallen.
Parallel beteiligt sich Citigroup am neuen Trump Accounts-Programm der US-Regierung. Ab dem 4. Juli 2026 erhalten alle zwischen 2025 und 2028 geborenen Kinder mit Sozialversicherungsnummer 1.000 Dollar Startkapital vom Finanzministerium. Die Bank verdoppelt diesen Betrag für Kinder ihrer Mitarbeiter und stellt über ihre Stiftung weitere 5 Millionen Dollar bereit, um einkommensschwache Familien bei der Anmeldung zu unterstützen. Bank of America, Wells Fargo und JPMorgan haben ähnliche Programme angekündigt.
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