Erst die Streichung, dann der Neustart zu deutlich niedrigeren Preisen. Clara Technologies gibt dem Management neue Aktienoptionen, während die Altaktionäre unter einer massiven Verwässerung leiden. Innerhalb eines Jahres stieg die Zahl der ausgegebenen Aktien um fast 45 Prozent.

Das Unternehmen gab am 4. Mai die Zuteilung von 1,75 Millionen Optionen an Führungskräfte bekannt. Der Ausübungspreis liegt bei 0,75 Kanadischen Dollar (CAD). Diese Papiere werden über ein Jahr verteilt in vierteljährlichen Tranchen fällig.

Dieser Schritt folgt auf eine Kehrtwende im Januar. Damals annullierte der Vorstand 1,5 Millionen Optionen mit einem Basispreis von 4,25 CAD. Die neuen Konditionen spiegeln den Kursverfall der vergangenen Monate wider.

Absturz nach dem Quanten-Hype

Vom einstigen Hoch bei über 13 Euro im Juli 2025 blieb wenig übrig. Die Aktie verlor seitdem fast 98 Prozent an Wert. Aktuell notiert das Papier bei 0,29 Euro. Das entspricht einem Plus von rund acht Prozent zum Vortag.

Parallel dazu belastet die steigende Aktienzahl die Struktur. Mittlerweile befinden sich 27,23 Millionen Anteile im Umlauf. Die Marktaufsicht CIRO hinterfragte bereits im Sommer 2025 die heftigen Kurssprünge. Das Management konnte damals keine materiellen Gründe nennen.

Schwache Umsätze bei solider Liquidität

Die operativen Ergebnisse bleiben derweil dünn. Im jüngsten Geschäftsjahr erwirtschaftete Clara Technologies lediglich 0,03 Millionen CAD Umsatz. Dem steht ein operativer Verlust von fast 0,3 Millionen CAD gegenüber.

Trotz der Verluste ist die Bilanz kurzfristig stabil. Das Unternehmen ist schuldenfrei und weist eine hohe Liquiditätskennzahl von 6,52 aus. Das verschafft dem Vorstand Spielraum für die weitere Entwicklung.

Die neuen Optionen könnten den Verkaufsdruck erhöhen, sobald die ersten Tranchen fällig werden. Weitere Details zur finanziellen Lage liefert der Jahresbericht für 2026. Die Veröffentlichung ist für August geplant.