Der Digital-Entertainment-Anbieter macht Schluss mit höheren Transparenzanforderungen. Am 12. Dezember 2025 verkündeten Vorstand und Aufsichtsrat den geplanten Wechsel ins Basic Board des Freiverkehrs – weg vom anspruchsvolleren Scale-Segment der Frankfurter Wertpapierbörse.
Die Kündigung erfolgt mit sofortiger Wirkung, der Handel im Scale-Segment endet nach dreimonatiger Frist voraussichtlich am 16. März 2026. Für Anleger ändert sich faktisch wenig: Die Aktie bleibt weiterhin über XETRA handelbar, lediglich die regulatorischen Anforderungen fallen weg.
Kostensenkung als Hauptmotiv
Das Düsseldorfer Unternehmen begründet den Schritt mit klaren Zahlen: Weniger Verwaltungsaufwand bedeutet niedrigere Kosten. Die eingesparten Ressourcen sollen künftig direkt in operative Entwicklung und strategisches Wachstum fließen. Statt in aufwändige Berichtspflichten investiert man lieber ins Kerngeschäft.
Doch ist das wirklich der einzige Grund? Der Vorstand nennt explizit drohende zusätzliche Delisting-Anforderungen für KMU-Wachstumsmärkte, die der deutsche Gesetzgeber plant. Im Basic Board würden diese nicht greifen – eine vorausschauende Entscheidung, um künftigen regulatorischen Hürden zu entgehen.
Signal der Vereinfachung
Der Wechsel ins weniger regulierte Segment wirft Fragen auf. Einerseits nachvollziehbar: Transparenzkosten ohne spürbaren Mehrwert für Liquidität oder Bewertung machen wenig Sinn. Andererseits könnte der Rückzug als mangelndes Bekenntnis zu höheren Governance-Standards interpretiert werden.
Die Entscheidung folgt einem Trend kleinerer Börsenwerte, die Bürokratie reduzieren wollen. Ob Investoren das honorieren oder mit Skepsis reagieren, zeigt sich in den kommenden Wochen. Der Handel läuft normal weiter – nur eben mit weniger Reporting-Pflichten im Rücken.
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