Cloudflare baut den Konzern massiv um. Der Cloud-Spezialist streicht jede fünfte Stelle, um Ressourcen für künstliche Intelligenz freizumachen. Anleger reagieren euphorisch auf die Rosskur: Die Aktie springt heute um über sieben Prozent nach oben.
Kahlschlag im mittleren Management
Insgesamt 1.100 Mitarbeiter müssen das Unternehmen verlassen. Das entspricht rund 20 Prozent der gesamten Belegschaft. Das Management betont, dass dieser Schritt keine Reaktion auf finanzielle Notlagen sei.
Vielmehr geht es um eine strategische Neuausrichtung zur „AI-first“-Organisation. Betroffen sind vor allem die Bereiche Verwaltung, Recht und das mittlere Management. Intern bezeichnet Cloudflare diese Rollen als „Measurer“, also Verwalter.
Parallel dazu stellt das Unternehmen weiterhin „Builder“ und „Sellers“ ein. Damit will der Konzern die technische Entwicklung und den Vertrieb gezielt stärken. Die Kosten für die Umstrukturierung fallen bereits im laufenden zweiten Quartal an.
Neue Werkzeuge für Entwickler
Abseits des Personalabbaus erweitert Cloudflare sein technisches Angebot. Mit „Flagship“ startete diese Woche ein neuer Dienst für die serverlose Plattform Cloudflare Workers. Das Tool ist direkt in die bestehende Infrastruktur integriert.
Entwickler können damit A/B-Tests und schrittweise Code-Veröffentlichungen durchführen. Ein erneutes Aufspielen der Software ist dafür nicht mehr nötig. Das vereinfacht den Arbeitsalltag für Unternehmenskunden in dem globalen Netzwerk erheblich.
Aktie nähert sich Rekordmarken
Der Markt feiert den Fokus auf Effizienz und technisches Wachstum. Die Aktie notiert aktuell bei 193,20 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Kursplus damit auf über 15 Prozent.
Die Bewertung bleibt im Branchenvergleich jedoch anspruchsvoll. Der Relative-Stärke-Index (RSI) signalisiert mit 88,3 Punkten eine stark überkaufte Situation. Die Volatilität der vergangenen 30 Tage liegt bei hohen 90 Prozent.
Anleger achten nun darauf, wie schnell sich die operativen Margen durch den Stellenabbau verbessern. Ein technischer Widerstand wartet am 52-Wochen-Hoch bei rund 219 Euro.
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