CNA Financial verfehlt im dritten Quartal die Erwartungen deutlich: Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,75 Dollar, Analysten hatten mit 1,24 Dollar gerechnet. Schuld sind höhere Katastrophenschäden und eine buchhalterische Belastung im Geschäft mit Pflegeversicherungen. Die Aktie zeigte sich nachbörslich unverändert.
Altlast im Pflegegeschäft
Das Kerneinkommen halbierte sich auf 203 Millionen Dollar, nach 409 Millionen im Vorjahresquartal. Der Nettogewinn sank auf 196 Millionen Dollar. Den größten Einzeleffekt liefert die Sparte Life & Group, die einen Kernverlust von 171 Millionen Dollar auswies.
Allein die jährliche Überprüfung der Annahmen für Pflegeversicherungsreserven belastete nach Steuern mit 137 Millionen Dollar. Haupttreiber waren steigende Pflegekosten und angepasste Annahmen zur Erkrankungshäufigkeit.
Das Management betont, dieser Effekt werde fast vollständig durch Vorteile aus jüngsten Umschichtungen im Anlageportfolio ausgeglichen. Nach US-Bilanzregeln fließt dieser Nutzen allerdings erst über die Zeit in die Kapitalerträge ein, nicht im laufenden Quartal. Konzernchef Douglas Worman sieht das Risiko des auslaufenden Geschäftsblocks damit als begrenzt an.
Operatives Geschäft unter Druck
Auch das Schaden- und Unfallgeschäft lieferte weniger. Das Kerneinkommen sank auf 397 Millionen Dollar, zuvor waren es 456 Millionen. Die Combined Ratio verschlechterte sich auf 97,0 Prozent, nach 92,8 Prozent vor einem Jahr. Je niedriger der Wert, desto profitabler arbeitet ein Versicherer.
Zwei Faktoren wirkten gleichzeitig. Die Katastrophenschäden stiegen auf 78 Millionen Dollar, fast doppelt so viel wie 2025. Die zugrunde liegende Combined Ratio ohne Sonderlasten kletterte zudem auf 94,2 Prozent, nach 91,3 Prozent.
Besonders das Commercial-Geschäft schwächelte: Dort schrumpfte der Underwriting-Gewinn auf drei Millionen Dollar, nach 106 Millionen im Vorjahr. Die internationale Sparte profitierte dagegen von positiven Abwicklungseffekten bei früheren Schäden.
Die Prämien wuchsen um drei Prozent, die Preise stiegen im Schnitt um zwei Prozent. Die Kundenbindung blieb mit 83 Prozent stabil. Worman verwies darauf, dass CNA in vielen Bereichen bewusst auf Geschäft verzichte, weil die Marktpreise keine angemessenen Konditionen hergäben.
Dividende und Bilanz
Die Kapitalerträge gaben leicht auf 635 Millionen Dollar nach. Schwächere Erträge aus Beteiligungen und Aktien machten höhere Zinserträge fast wett.
Der Buchwert je Aktie ohne Bewertungseffekte liegt bei 46,11 Dollar. Bereinigt um gezahlte Dividenden ist das ein Plus von fünf Prozent seit Ende 2025. Der Verwaltungsrat beschloss eine reguläre Quartalsdividende von 0,48 Dollar je Aktie. Sie wird am 3. Dezember 2026 an Aktionäre ausgezahlt, die am 16. November im Register stehen.
Für das vierte Quartal und 2027 kündigt das Management an, Kapazitäten selektiv dort einzusetzen, wo die risikoadjustierten Renditen stimmen.
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