Der Landmaschinen- und Bauausrüstungshersteller CNH Industrial präsentiert heute vor Börseneröffnung seine Zahlen für das vierte Quartal 2025 – und die Erwartungen könnten kaum gedämpfter sein. Analysten rechnen mit einem Gewinneinbruch von rund 70 Prozent gegenüber dem Vorquartal auf nur noch 0,11 Dollar je Aktie. Gleichzeitig stellt sich die entscheidende Frage: Hat das Unternehmen den Tiefpunkt des Abschwungs nun endlich durchschritten?
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Beim Umsatz erwarten Experten 4,97 Milliarden Dollar – ein Plus von 13 Prozent zum dritten Quartal, aber nur marginale 1,8 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Der drastische Gewinnrückgang spiegelt die harte Realität wider: Zölle belasten die Produktionskosten massiv, während schwache Rohstoffpreise die Nachfrage im Agrarsektor dämpfen.
Kostensenkungen gegen Margenerosion
Das Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 15,9 Milliarden Dollar kämpft mit allen Mitteln gegen die Margenerosion. CNH hat ein Kostensenkungsprogramm von 600 Millionen Dollar jährlich aufgelegt und versucht, über Preisanpassungen die Zollbelastungen weiterzugeben. Ob diese Maßnahmen ausreichen, wird sich heute zeigen.
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Hoffnung macht ein Blick zurück: Im November überraschte CNH die Märkte positiv. Das Ergebnis je Aktie von 0,36 Dollar lag 177 Prozent über den Erwartungen – getragen von besserem Kostenmanagement. Goldman Sachs stufte die Aktie Mitte Januar von Hold auf Buy hoch und setzte ein Kursziel von 13 Dollar. Die Argumentation: 2026 markiert das Tiefpunkt-Jahr für den zyklischen Hersteller.
Blick nach vorne trüb
Die Aktie notiert aktuell bei 12,69 Dollar – näher am 52-Wochen-Tief von 9,00 Dollar als am Hoch von 14,27 Dollar. Analysten sehen im Schnitt ein Kursziel von 12,87 Dollar, was lediglich ein Prozent Aufwärtspotenzial bedeutet. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet CNH selbst mit einem bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 0,35 und 0,45 Dollar.
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Ein Lichtblick könnte die Rückkehr der indischen Tochtergesellschaft sein, die nach Zollsenkungen wieder Traktoren in vollem Umfang in die USA exportiert. Zudem investiert das Unternehmen in neue Fertigungskapazitäten, um geografische Risiken zu streuen. Ob die Investitionen in Präzisionslandwirtschaft und Technologie langfristig Früchte tragen, bleibt jedoch abzuwarten.
Die entscheidende Frage für Investoren: Liefert das Management heute eine überzeugende Perspektive, dass die Talsohle tatsächlich erreicht ist? Oder drohen weitere schmerzhafte Quartale in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld? Die Antwort dürfte die Richtung der kommenden Monate bestimmen.
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