Coca-Cola erweitert sein Portfolio um Produkte mit funktionellem Zusatznutzen. Der US-Getränkekonzern reagiert damit auf veränderte Konsumgewohnheiten sowie auf den wachsenden Einfluss moderner Medikamente zur Gewichtsreduktion. An den europäischen Handelsplätzen legte das Papier heute um 1,9 Prozent auf 78,12 Euro zu.
Angriff im Markt für Präbiotika
Gestern kündigte das Management regionale Markttests für zuckerfreie Erfrischungsgetränke mit Ballaststoffen an. Ab Ende Oktober testet der Konzern neue Rezepturen von Coca-Cola Zero Sugar, Sprite Zero Sugar und Fresca. Die Produkte enthalten jeweils 6 Gramm präbiotische Ballaststoffe und starten in Teilen von New York, New Jersey sowie Pennsylvania.
Damit nimmt der Konzern direkte Wettbewerber im Segment für funktionelle Limonaden ins Visier. Hintergrund des strategischen Schritts sind spürbare Verschiebungen bei der Nachfrage. Laut Reuters lebt mittlerweile in etwa jedem fünften US-Haushalt mindestens eine Person, die GLP-1-Präparate anwendet. Zugleich sank der Zuckerkonsum in den Vereinigten Staaten über die vergangenen zwei Jahre um 4,4 Prozent.
Für den Traditionskonzern gewinnt das Angebot kalorienreduzierter und funktioneller Alternativen stetig an Bedeutung. Neben den neuen Testprodukten kehrt am 12. Oktober zudem die saisonale Geschmacksrichtung Holiday Creamy Vanilla in den USA und Kanada zurück. Für das kommende Jahr stellte die Unternehmensführung bereits weitere Geschmacksrichtungen sowie proteinangereicherte Getränke in Aussicht.
Analysten blicken auf die Quartalsbilanz
Analysten bewerten die strategischen Weichenstellungen vor den anstehenden Quartalszahlen überwiegend wohlwollend. Am Dienstag bekräftigte RBC-Analyst Nik Modi seine Kaufempfehlung und rief ein Kursziel von 96 US-Dollar auf. Wells Fargo passte das Kursziel im Vorfeld der Zahlen auf 90 US-Dollar an, behielt die Einstufung „Overweight“ jedoch bei.
Die Marktteilnehmer richten ihre Aufmerksamkeit nun auf den 27. Oktober. An diesem Tag wird Coca-Cola seine detaillierten Ergebnisse für das dritte Quartal vorlegen. Nachdem der Konzern im Sommer seine Jahresprognose angehoben hatte, stehen vor allem Absatzvolumen und Margenstärke im Fokus. Der Kurs notiert aktuell nur noch 2,1 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
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