Rekordumsätze und ein milliardenschwerer Einstieg von Nvidia reichen den Anlegern momentan nicht aus. Trotz starker Quartalszahlen verliert die Aktie von Coherent deutlich an Boden. Marktbeobachter sprechen von Gewinnmitnahmen nach einer monatelangen Rally.

Rekordumsatz durch KI-Infrastruktur

Im dritten Geschäftsquartal stieg der Umsatz um 21 Prozent auf 1,81 Milliarden Dollar. Bereinigt um Spartenverkäufe beschleunigte sich das Wachstum sogar auf 27 Prozent. Das Unternehmen profitiert massiv vom Hunger der Tech-Branche nach Hardware für künstliche Intelligenz.

Die Profitabilität zog ebenfalls an. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte auf 1,41 Dollar. Das Ergebnis lag damit über den Schätzungen der Analysten. Parallel dazu verbesserte sich die Bruttomarge auf fast 40 Prozent. Optimierte Preise und effizientere Fertigung stützten diese Entwicklung.

Das Wachstum konzentriert sich fast ausschließlich auf das Segment Datacenter & Communications. Hier verbuchte Coherent einen Umsatz von 1,36 Milliarden Dollar. Der Rollout neuer Transceiver-Generationen treibt das Geschäft an. Im Gegensatz dazu schwächelt die Industriesparte mit Erlösen von 444 Millionen Dollar.

Nvidia-Einstieg stärkt die Bilanz

Finanziell steht der Konzern auf einem soliden Fundament. Das Unternehmen schloss die Kapitalerhöhung durch Nvidia erfolgreich ab. Der KI-Gigant investierte zwei Milliarden Dollar in den Zulieferer. Der Cash-Bestand stieg dadurch auf drei Milliarden Dollar. Die Verschuldung sank im gleichen Schritt auf ein Minimum.

Für das vierte Quartal bleibt der Vorstand optimistisch. Er erwartet einen Umsatz zwischen 1,91 und 2,05 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie soll weiter auf bis zu 1,72 Dollar steigen.

Ausblick und Marktreaktion

Das Management investiert massiv in neue Kapazitäten, um die hohe Nachfrage zu bedienen. Allein im letzten Quartal flossen 290 Millionen Dollar in Sachanlagen.

An der Börse herrscht dennoch eine „Sell the News“-Stimmung. Die Aktie notiert aktuell bei 273 Euro—ein Minus von rund sieben Prozent zum Vortag. Investoren wägen nun ab, ob das KI-Wachstum die hohen Ausgaben dauerhaft rechtfertigt.