Das US-Technologieunternehmen Coherent hat seinen Abschluss für das vierte Geschäftsquartal 2026 vorgelegt und dabei die Erwartungen des Marktes beim Umsatz übertroffen.
Trotz einer Rückkehr in die Gewinnzone und eines optimistischen Ausblicks auf das kommende Quartal geriet das Papier gestern unter erheblichen Druck. In einem allgemein schwachen Umfeld für Halbleiterwerte verlor die Aktie am Montag deutlich an Boden und schloss im deutschen Handel bei 236,30 Euro.
Rekordumsätze im Rechenzentrumsgeschäft
Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 steigerte Coherent seinen Umsatz um 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 2,05 Milliarden US-Dollar. Damit übertraf das Unternehmen die Konsensschätzungen, die bei knapp 1,99 Milliarden US-Dollar gelegen hatten.
Besonders kräftig wuchs das Segment für Rechenzentren, das von der anhaltend hohen Nachfrage nach KI-Optik profitierte. Hier stiegen die Erlöse von 1,02 Milliarden US-Dollar im Vorjahr auf nun 1,62 Milliarden US-Dollar.
Demgegenüber steht eine Schwäche im Industriesegment, das einen Rückgang von 16 Prozent verzeichnete. Dennoch gelang dem Konzern auf Jahressicht die Rückkehr zur Profitabilität mit einem Gesamtumsatz von 7,12 Milliarden US-Dollar.
Für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres 2027 zeigt sich das Management zuversichtlich und prognostiziert einen Umsatz zwischen 2,2 Milliarden und 2,4 Milliarden US-Dollar bei einem bereinigten Gewinn pro Aktie (Non-GAAP EPS) von 1,85 bis 2,05 US-Dollar.
Technologische Meilensteine bei SiC-Substraten
Parallel zu den Finanzdaten vermeldete Coherent technische Fortschritte bei seiner Silicon-Carbide-Plattform (SiC). Das Unternehmen hat gestern mit der Bemusterung von 300mm-SiC-Substraten für Kunden aus den Bereichen KI-Infrastruktur und Hochleistungsrechnen begonnen. Diese neuen Substrate versprechen laut Unternehmensangaben eine um bis zu 25 Prozent bessere Wärmeverteilung im Vergleich zu bisherigen Lösungen.
Die Technologie ist für den Einsatz in der Leistungselektronik sowie in AR/VR-Anwendungen vorgesehen. Analysten bewerten diesen Schritt als wichtigen Teil der langfristigen Strategie, da das Unternehmen bereits im März 2026 eine Investition von zwei Milliarden US-Dollar durch Nvidia erhalten hatte, um seine Kapazitäten im Bereich der KI-Hardware weiter auszubauen. Die aktuelle Entwicklung bei den 300mm-Substraten unterstreicht die Ambition, die Effizienz in Rechenzentren weiter zu steigern.
Sektordruck belastet Kursentwicklung
Dass die positiven Geschäftszahlen gestern nicht in Kursgewinne umgemünzt werden konnten, lag primär an einer branchenweiten Verkaufswelle im Chipsektor. Investoren zeigten sich vor den für Mittwoch erwarteten Quartalsberichten von Nvidia zurückhaltend. Zudem belasteten geopolitische Spannungen und angekündigte US-Zölle auf Importe aus Kanada die allgemeine Stimmung an der Nasdaq.
Zusätzlichen Gegenwind erfährt der Titel durch Berichte über verstärkte Insiderverkäufe; so gab es in den vergangenen sechs Monaten 16 registrierte Verkäufe durch Unternehmensinsider. Trotz des gestrigen Rücksetzers weist die Aktie seit Jahresbeginn noch immer ein Plus von 45 Prozent auf.
Allerdings notiert das Papier derzeit rund 39 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das Anfang Juni erreicht worden war. Während Medienberichten zufolge die Mehrheit der Analysten mit einem mittleren Kursziel von über 400 US-Dollar weiterhin optimistisch bleibt, sorgte die Kombination aus Gewinnmitnahmen und Sektorschwäche kurzfristig für eine deutliche Korrektur.
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