Die Krypto-Börse Coinbase begnügt sich längst nicht mehr nur mit Bitcoin und Ethereum. Mit einem neuen Angebot für den Handel von traditionellen Aktien-Derivaten wildert das Unternehmen nun direkt im Revier der klassischen Broker. Der Schritt markiert eine deutliche strategische Verschiebung hin zu einer allumfassenden globalen Handelsplattform.
Hebelprodukte auf die „Magnificent 7“
Seit Freitag können berechtigte Nutzer außerhalb der USA sogenannte Perpetual Futures auf die „Magnificent 7“-Aktien sowie große Indizes wie den S&P 500 handeln. Das Besondere daran ist die durchgehende Handelbarkeit rund um die Uhr, auch an Wochenenden. Abgewickelt werden diese Verträge in der an den US-Dollar gekoppelten Kryptowährung USDC.
Privatanleger und institutionelle Kunden erhalten dabei die Möglichkeit, Positionen mit einem Hebel von bis zu 10 bei Einzelaktien und bis zu 20 bei ETFs aufzubauen. Damit können Händler in Echtzeit auf geopolitische Ereignisse reagieren, noch bevor die traditionellen US-Märkte überhaupt öffnen. Um das Handelsvolumen zum Start anzukurbeln, verzichtet die Plattform in der Anfangsphase weitgehend auf Gebühren und lockt volumenstarke Trader mit einem Prämienpool.
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Institutionelle Kunden rücken in den Fokus
Parallel zur Erweiterung des Handelsangebots treibt das Unternehmen die Einbindung großer Akteure voran. Auf der hauseigenen Base-Blockchain startete ein tokenisierter Bitcoin-Renditefonds, der professionellen Investoren außerhalb der USA jährliche Erträge zwischen vier und acht Prozent in Aussicht stellt.
Gleichzeitig festigt die Plattform ihre Rolle als Verwahrer im lukrativen ETF-Geschäft. Morgan Stanley bestätigte Coinbase am Freitag als primären Verwahrer für seinen geplanten Spot Bitcoin ETF. Zudem transferierte BlackRock im Rahmen von ETF-Bewegungen rund 140 Millionen US-Dollar in Krypto-Werten auf die institutionelle Prime-Plattform.
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An der Börse reagierten Anleger am Freitag verhalten auf die strategischen Neuigkeiten. Die Papiere gaben im Einklang mit einem schwächeren Gesamtmarkt um 2,64 Prozent auf 170,92 Euro nach. Trotz eines Kursplus von knapp 23 Prozent auf Monatssicht notiert der Titel mit einem Abstand von fast 30 Prozent weiterhin deutlich unter seiner langfristig wichtigen 200-Tage-Linie.
Die aktuelle Expansion in den Derivate-Handel für traditionelle Aktien zeigt den klaren Anspruch des Managements, unabhängiger von reinen Krypto-Zyklen zu werden. Konkrete Einblicke in die finanzielle Entwicklung und die erste Resonanz auf die neuen Produkte liefert das Unternehmen am 14. Mai 2026 mit der Vorlage der nächsten Quartalszahlen.
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