Coinbase will mehr sein als eine Krypto-Handelsplattform. Das Unternehmen plant, künftig auch Aktien, ETFs, Futures und Prognosemärkte anzubieten — und greift damit direkt in das Kerngeschäft traditioneller Broker ein. Die Strategie dahinter ist klar: Wer Kryptowährungen und klassische Wertpapiere auf einer Plattform vereint, erschließt sich einen deutlich größeren Markt.
Tokenisierung als Brücke
Der Ansatz erinnert an das, was Coinbase mit dem US-Dollar bereits vollzogen hat: Durch Stablecoins wie USDC wurde der Dollar auf die Blockchain gebracht. Dasselbe Prinzip soll nun für Aktien gelten — als sogenannte tokenisierte Real-World-Assets. Coinbase würde damit nicht nur Handelsplatz, sondern auch technische Infrastruktur für eine neue Form des Wertpapierhandels.
Flankiert wird das durch die wachsende Rolle als Verwahrer von Krypto-ETFs sowie die enge Partnerschaft mit Circle rund um USDC. Beides stärkt die Position als Brücke zwischen dezentraler und traditioneller Finanzwelt.
Weniger abhängig vom Krypto-Zyklus
Besonders relevant für die Bewertung des Unternehmens: Coinbase hat seinen Umsatzmix in den vergangenen Jahren spürbar verändert. Abonnement- und Serviceerlöse stiegen 2025 auf 2,8 Milliarden US-Dollar — das entspricht 41 Prozent des Nettoumsatzes. Transaktionsgebühren, die stark mit Kurszyklen schwanken, verlieren damit an Gewicht.
Ergänzt wird die Strategie durch den Aufbau von KI-Agenten, die eigenständig Krypto-Trades ausführen sollen. Coinbase entwickelt dafür eine eigene Marktinfrastruktur inklusive digitaler Wallets — und positioniert USDC sowie die hauseigene Base-Blockchain als bevorzugte Infrastruktur für diese Transaktionen.
Die Aktie hat in den vergangenen 30 Tagen rund 27 Prozent zugelegt, notiert mit gut 177 Euro aber noch weit unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Ob die ambitionierten Expansionspläne die Bewertungslücke schließen können, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell der Aktienhandel auf der Plattform tatsächlich an den Start geht und wie stark die Nutzerbasis reagiert.
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