Coinbase geriet gestern im Sog eines Sicherheitsvorfalls bei Binance unter Druck. Die Aktie verzeichnete eine Tagesveränderung von -7,5%. Reuters berichtete über fallende Coinbase-Aktien im Zuge einer breiteren Belastung kryptobezogener Titel nach dem Vorfall. Damit traf eine Nachricht über Binance auch die Bewertung von Coinbase.

Sicherheitsvorfall belastet das Umfeld

Binance meldete einen Sicherheitsvorfall mit geschätzten Auswirkungen von 6,3 Milliarden $. Der von Reuters beschriebene Verkaufsdruck erfasste mehrere kryptobezogene Aktien. Für Coinbase ist diese Unterscheidung wesentlich: Der gemeldete Vorfall betraf Binance, während Coinbase an der Börse im belasteten Branchenumfeld nachgab.

Die Kursreaktion lässt sich damit nicht allein als Urteil über Coinbase selbst lesen. Sie zeigt zugleich, wie stark eine Nachricht über einen anderen Marktteilnehmer auf kryptobezogene Aktien ausstrahlen kann. Ein Sicherheitsvorfall bei Coinbase war nicht Gegenstand der Binance-Meldung.

Analysten senken Ziele, bleiben aber uneins

Zusätzlich änderten gestern zwei Analysehäuser ihre Bewertungsmarken. Medienberichten zufolge senkte Canaccord Genuity das Coinbase-Kursziel von 300 $ auf 275 $. Die Kaufempfehlung behielt das Haus bei.

Das niedrigere Ziel bedeutet somit keinen Wechsel zu einer negativen Anlageempfehlung. Gleichwohl fiel die Bewertungsmarke vorsichtiger aus. Bei der grundsätzlichen Einschätzung unterscheiden sich die beiden Häuser weiterhin.

Jefferies reduzierte gestern Medienberichten zufolge das Kursziel von 183 $ auf 174 $ und hielt an der Halteempfehlung fest.

Beide Analystenaktionen weisen bei den Kurszielen in dieselbe Richtung. Bei der Empfehlung bleibt der Unterschied bestehen: Canaccord Genuity spricht sich für einen Kauf aus, Jefferies für das Halten. Eine einheitliche Bewertung der Aktie ergibt sich daraus nicht.

Verkaufspläne sind keine vollzogenen Verkäufe

Daneben verdienen die am Donnerstag veröffentlichten Pflichtangaben Aufmerksamkeit. Coinbase legte im Quartalsbericht Verkaufspläne nach Rule 10b5-1 von CEO Brian Armstrong, Direktor Fred Ehrsam und Präsidentin Emilie Choi offen. Zusammen betreffen sie bis zu 13.594.519 Aktien.

Entscheidend ist der Verfahrensstand: Es handelt sich um geplante Verkäufe und nicht um bereits abgeschlossene Transaktionen. Die Offenlegung darf deshalb nicht als Nachweis vollzogener Insiderverkäufe verstanden werden.

Für Anleger stehen damit unterschiedliche Sachverhalte nebeneinander: der durch Binance belastete Branchenrahmen, gesenkte Analystenziele und offengelegte Verkaufspläne. Den gestrigen Rückgang ordnete Reuters dem Druck auf kryptobezogene Aktien nach dem Binance-Vorfall zu. Die Verkaufspläne liefern dagegen keine Grundlage, bereits ausgeführte Transaktionen als Ursache der Bewegung darzustellen.