Coinbase Aktie: Neue Plattform

Coinbase erweitert sein Angebot um provisionsfreien Aktien- und ETF-Handel in den USA, um sich vom volatilen Kryptomarkt zu diversifizieren. Analysten bleiben jedoch gespalten.

Coinbase Aktie
Kurz & knapp:
  • Start eines provisionsfreien Aktien- und ETF-Handels
  • Strategische Diversifizierung weg vom Krypto-Zyklus
  • Gemischte Analystenbewertungen trotz Wachstumsinitiative
  • Regulatorische Unsicherheit bei Stablecoin-Einnahmen

Coinbase will nicht länger „nur“ Krypto-Börse sein. Mit dem Start eines provisionsfreien Aktien- und ETF-Handels für alle US-Kunden schiebt das Unternehmen seine App in Richtung All-in-one-Finanzplattform. Doch wie viel Stabilität bringt dieser Schritt wirklich, wenn das Geschäft bisher stark am Krypto-Zyklus hing?

Vom Krypto-Dealer zur Multi-Asset-App

Der Kern der Ankündigung: US-Nutzer können jetzt in der Coinbase-App auch klassische Wertpapiere handeln – laut Unternehmen sind es über 8.000 in den USA gelistete Aktien und ETFs. Dazu kommen Bruchstücke ab 1 US-Dollar, „Instant Funding“ über Dollar oder den Stablecoin USDC sowie eine Anbindung an Yahoo Finance, die Recherche und Order direkt miteinander verknüpfen soll.

Auch die Handelslogik zielt klar auf Komfort und Frequenz: Gehandelt wird 24 Stunden am Tag an fünf Tagen pro Woche, und zwar ohne Kommission für berechtigte Wertpapiere. Technisch setzt Coinbase dabei auf Apex Fintech Solutions für Clearing, Verwahrung und Ausführung – Coinbase liefert die Oberfläche, Apex die Brokerage-Infrastruktur im Hintergrund.

Der strategische Hintergrund ist offensichtlich: Wer Aktien und ETFs in derselben App anbietet, macht sich weniger abhängig davon, ob Bitcoin & Co. gerade Rückenwind haben. Gleichzeitig verschärft Coinbase damit den Wettbewerb mit etablierten Neobrokern.

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Kurs, Analysten – und die offene Baustelle Profitabilität

An der Börse wurde der Schritt zunächst positiv aufgenommen. Auf Sicht von sieben Tagen liegt die Aktie 7,59% im Plus, seit Jahresbeginn aber weiterhin deutlich im Minus (-27,60%). Das unterstreicht: Der Markt sucht zwar nach neuen Wachstumstreibern, ist aber noch nicht überzeugt, dass sich die Schwankungen des Krypto-Geschäfts schnell aus dem Kursbild herauslösen.

Auch Analysten bleiben gespalten, wenn auch insgesamt eher konstruktiv. Bank of America senkte zuletzt zwar das Kursziel (bei unverändertem „Buy“), während Mizuho sein Ziel deutlich zurücknahm und auf „Neutral“ blieb – begründet mit schwächeren Bitcoin-Preisen und anhaltendem Druck im Krypto-Umfeld. Genau hier liegt die operative Achillesferse: Coinbase kann Rekordkennzahlen liefern, bleibt aber empfindlich gegenüber Handelslaune und Sondereffekten.

Das zeigte sich auch in den Zahlen: Für 2025 meldete Coinbase zwar ein Jahres-Nettoergebnis von 1,26 Mrd. US-Dollar, rutschte im vierten Quartal jedoch in einen Nettoverlust von 666,73 Mio. US-Dollar. Ein Treiber war ein 307 Mio. US-Dollar hoher Aufwand im Zusammenhang mit Datendiebstahl. Gleichzeitig signalisiert das Management Zuversicht über Aktienrückkäufe: In Summe wurden bis zum 10. Februar 2026 rund 1,7 Mrd. US-Dollar eingesetzt; zusätzlich steht ein weiterer, vom Board genehmigter Rahmen bereit.

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Regulierung als Risiko: Stablecoins und das GENIUS-Thema

Eine der wichtigsten Wachstumsquellen steht parallel unter Regulierungsbeobachtung. Stablecoin-bezogene Einnahmen machten 2025 laut Bericht knapp 19% des Gesamtumsatzes aus. Genau in diesem Bereich sorgt ein US-Regelungsvorschlag zur Umsetzung des GENIUS-Acts für Unsicherheit: In der Branche wird befürchtet, dass mögliche Einschränkungen ausgerechnet Programme treffen könnten, mit denen Plattformen Stablecoin-Rewards anbieten.

Coinbase positioniert sich dazu bereits politisch: Gegenüber dem US-Finanzministerium argumentierte das Unternehmen, ein mögliches Verbot von Stablecoin-Zinsen solle sich auf Emittenten beschränken – Plattformen, die nicht selbst emittieren, sollten weiterhin Zinsen anbieten dürfen.

Am Dienstag, 3. März 2026, spricht CFO Alesia Haas auf der Morgan-Stanley-TMT-Konferenz (Fireside Chat). Im Fokus dürften dort zwei Punkte stehen: erste Signale zur Nachfrage nach dem neuen Aktien-/ETF-Handel in den USA – und die Einordnung, wie stark ein härterer Stablecoin-Rahmen das wachsende Service-Geschäft treffen könnte.

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Über Felix Baarz 1960 Artikel
Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.