Coinbase Aktie: Short-Squeeze im Anmarsch?

Die Leerverkäufe an Coinbase haben sich verdoppelt, während Bitcoin neue Höchststände erreicht. Analysten bewerten die Aktie gespalten, trotz positiver regulatorischer Entwicklungen und Plattform-Expansion.

Coinbase Aktie
Kurz & knapp:
  • Leerverkäufe an Coinbase auf rund 10 Prozent verdoppelt
  • Bitcoin-Rallye über 72.000 Dollar erhöht Druck auf Short-Positionen
  • Regulatorische Entspannung und strategische Plattform-Erweiterung
  • Gespaltene Analystenmeinungen nach verfehltem Quartalsergebnis

Die Leerverkäufer haben ihre Wetten gegen Coinbase seit Dezember verdoppelt — und geraten nun unter Druck. Bitcoin hat die Marke von 72.000 Dollar übersprungen, und ein Short-Squeeze-Score von 82 von 100 signalisiert erhöhtes Risiko für die Bären. Ob daraus tatsächlich eine Squeeze-Dynamik entsteht, ist allerdings alles andere als sicher.

Leerverkäufer auf dem Prüfstand

Laut S3 Partners lag das Short-Interest an Coinbase im Dezember noch bei rund 5 Prozent — inzwischen sind es etwa 10 Prozent. Gleichzeitig erreichte der sogenannte „Crowded Shorts“-Score mit 50 von 100 einen neuen Höchststand für das Unternehmen.

S3-Forschungsdirektor Leon Gross mahnt jedoch zur Vorsicht: Im vergangenen Jahr überstieg der Squeeze-Score dreimal die Schwelle von 70 — ohne dass es je zu einem tatsächlichen Short-Squeeze kam. Die erhöhte Kennzahl ist also ein Risikosignal, kein Auslöser.

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S3 bezeichnet Coinbase als „High-Beta-Risikoanlage“ mit einer Korrelation von 0,60 zu Bitcoin und 0,52 zum S&P 500. Das erklärt auch, warum die Aktie den breiteren Tech-Ausverkauf der vergangenen Wochen voll mitgemacht hat — ausgelöst unter anderem durch steigende Ölpreise über 100 Dollar je Barrel und neu aufgeflammte Inflationssorgen.

Zwischen Gegenwind und strategischem Umbau

Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 15 Prozent verloren — belastet durch ein verfehltes Q4-2025-Ergebnis, schwächere Handelsvolumina im Privatkundengeschäft und gestiegene Betriebskosten, die im Gesamtjahr 2025 um 35 Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar kletterten.

Auf der anderen Seite hat sich das regulatorische Umfeld spürbar verbessert. Die SEC stellte ihr Verfahren gegen Coinbase Anfang 2025 ein, der Kongress verabschiedete mit dem GENIUS Act erstmals einen bundesweiten Rahmen für Stablecoins. Als bekannt wurde, dass US-Präsident Trump CEO Brian Armstrong persönlich traf und das Unternehmen öffentlich in einem Krypto-Gesetzgebungsstreit unterstützte, legte die Aktie in einer einzigen Handelssitzung 15,2 Prozent zu.

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Coinbase treibt zudem den Ausbau seiner Plattform voran. Ende Februar führte das Unternehmen provisionsfreien Aktien- und ETF-Handel für US-Kunden ein, im Januar startete eine Partnerschaft mit dem Prediction-Market-Anbieter Kalshi. Inzwischen erwirtschaftet Coinbase mit 12 Produkten jeweils mehr als 100 Millionen Dollar annualisierten Umsatz.

Analysten und Ausblick

Die Analystenmeinungen sind gespalten. Canaccord Genuity senkte das Kursziel nach dem Q4-Verfehlen von 400 auf 300 Dollar, behält aber die Kaufempfehlung. UBS setzt das Ziel bei 264 Dollar. Barclays-Analyst Benjamin Budish bleibt mit einem Kursziel von 148 Dollar und „Equal Weight“ deutlich skeptischer — er hatte das Ziel im Februar bereits von 258 Dollar gekappt.

Immerhin deutet die frühe Datenlage für Q1 2026 auf eine Belebung hin: Bis zum 10. Februar wurden bereits rund 420 Millionen Dollar an Transaktionserlösen erzielt — ungefähr die Hälfte des Quartals war da erst verstrichen. Ob das reicht, um die Profitabilitätsfrage zu beantworten, wird sich mit den Q1-Zahlen zeigen — und die dürften angesichts des rekordhohen Short-Interesses besonders aufmerksam verfolgt werden.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.