Cathie Wood trennt sich von Coinbase-Aktien – ausgerechnet an einem Tag, an dem der Kurs kräftig zulegt. Ark Invest verkaufte am Montag 36.628 Coinbase-Anteile im Wert von rund sieben Millionen Dollar, während das Papier um 9,24 Prozent auf 191,45 Dollar kletterte. Wer die Gewinne mitnimmt, während der Kurs steigt, sendet ein anderes Signal als jemand, der in fallende Kurse hinein verkauft.

Der Trade reiht sich in eine größere Umschichtung ein. Ark reduzierte am selben Tag auch Positionen bei Circle, Bitmine Immersion Technologies und dem hauseigenen Bitcoin-ETF. Insgesamt trennte sich die Firma von Krypto-Werten im Umfang von mehreren Zehn Millionen Dollar – der größte Einzelposten betraf mit rund 40 Millionen Dollar den ARK 21Shares Bitcoin ETF.

Ark begründet solche Trimmings routinemäßig mit der eigenen Vorgabe, keine Einzelposition über zehn Prozent eines Fondsportfolios wachsen zu lassen. Bei einem Kursplus von über neun Prozent an einem Tag greift diese Regel fast automatisch.

Washington als Kurstreiber

Der Auslöser für die Rally lag nicht bei Coinbase selbst, sondern in Washington. Der US-Kongress kehrte aus der Sommerpause zurück, und die Hoffnung auf eine Verabschiedung des Digital Asset Market Structure Clarity Act nährte den Optimismus quer durch den Sektor. Senatsrepublikaner legten am Montag einen finalen Entwurf vor, der auch von Demokraten geforderte Änderungen bei Ethik-Fragen berücksichtigt.

Die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung, gemessen an der Prognoseplattform Polymarket, schoss zunächst auf 35 Prozent hoch. Inzwischen ist sie wieder auf 19 Prozent gefallen. Der Grund: Für die entscheidende Verfahrensabstimmung am Dienstag um 14:15 Uhr Ostküstenzeit braucht das Gesetz 60 Stimmen im Senat – eine hohe Hürde, die den ersten Enthusiasmus schnell wieder dämpfte.

Konkurrenzdruck bleibt ein Thema

Neben der regulatorischen Unsicherheit wächst der Wettbewerbsdruck durch dezentrale Handelsplattformen. Anbieter wie Hyperliquid gewinnen mit gehebeltem Handel auf klassische Vermögenswerte zunehmend Marktanteile von zentralisierten Börsen wie Coinbase. Rund 40 Prozent des Handelsvolumens dort entfallen mittlerweile auf Nicht-Krypto-Produkte – ein Segment, in dem Coinbase bislang kaum vertreten ist.

Die entscheidende Marke für Coinbase-Anleger liegt nun im Senat. Fällt die Cloture-Abstimmung am Dienstagnachmittag durch, dürfte die zuletzt gesehene Euphorie schnell wieder verpuffen.