Rekordgewinn, neue Langfristziele, 100 Prozent Ausschüttungsquote — die Commerzbank hat am Freitag alles aufgeboten, was Aktionäre von einer Übernahme abhalten soll. Das Timing ist kein Zufall: Seit Mai liegt ein formelles Angebot der UniCredit auf dem Tisch.
Starkes Quartal, angehobene Prognose
Der Nettogewinn kletterte im ersten Quartal 2026 um rund 9 Prozent auf 913 Millionen Euro. Analysten hatten im Konsens mit etwa 868 Millionen Euro gerechnet. Das operative Ergebnis stieg um 11 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Besonders die Nettoprovisionen überzeugten: Sie erreichten mit 1,1 Milliarden Euro einen neuen Höchststand.
CEO Bettina Orlopp hob daraufhin die Jahresprognose an. Der Nettogewinn für 2026 soll nun mindestens 3,4 Milliarden Euro erreichen — bisher waren 3,2 Milliarden Euro das Ziel.
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Strategie „Momentum 2030″: Verdopplung der Profitabilität
Die neue Strategie trägt den Namen „Momentum 2030″ und hat ein klares Ziel: Die Eigenkapitalrendite soll bis 2028 auf 17 Prozent steigen, bis 2030 auf 21 Prozent. Der Nettogewinn soll bis dahin auf 5,9 Milliarden Euro wachsen.
Zentrales Werkzeug ist Künstliche Intelligenz. Die Bank will rund 10 Prozent ihrer Kapazitäten durch KI-Einsatz freisetzen und investiert dafür 600 Millionen Euro in entsprechende Technologien. Parallel baut sie bis 2030 weitere 3.000 Stellen ab. Die Restrukturierung kostet rund 450 Millionen Euro. Betriebsbedingte Kündigungen soll es laut Vereinbarung mit dem Betriebsrat nicht geben.
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UniCredit-Angebot liegt unter Börsenkurs
Die UniCredit hält direkten Zugriff auf rund 35 Prozent der Commerzbank-Anteile. Ihr Angebot: 0,485 eigene Aktien je Commerzbank-Aktie, zuletzt rechnerisch etwa 34,35 Euro wert. Das Problem für UniCredit: Die Commerzbank-Aktie schloss am Freitag bei 35,81 Euro — das Angebot liegt damit klar darunter.
Auf Jahressicht hat die Aktie rund 47 Prozent zugelegt. Mit einem RSI von 90 ist sie technisch deutlich überkauft, was die Skepsis gegenüber den ambitionierten 2030-Zielen widerspiegeln könnte. RBC stuft die Aktie mit „Outperform“ und einem Kursziel von 43 Euro ein.
Die Bundesregierung hält noch 12 Prozent der Anteile und lehnt eine feindliche Übernahme ab. Bundeskanzler Merz betont die wirtschaftliche Souveränität. Die BaFin untersagte zuletzt irreführende Werbemaßnahmen der UniCredit. Deren Annahmefrist läuft noch bis zum 16. Juni — bis dahin bleibt offen, ob die Italiener ihr Angebot nachbessern oder den Druck auf anderem Weg erhöhen.
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