Die Commerzbank will ihre Aktionäre für das Geschäftsjahr 2026 so stark am Gewinn beteiligen wie nie zuvor. Der Vorstand strebt eine Gesamtausschüttung von rund 3,2 Milliarden Euro an, wie das Institut mitteilte. Grundlage ist ein Nettogewinnziel von mindestens 3,4 Milliarden Euro. Damit will die Bank praktisch den gesamten Überschuss nach Abzug der AT-1-Kuponzahlungen und vor Sonderposten an die Anteilseigner zurückgeben.
Dividendenanteil soll deutlich steigen
Bemerkenswert ist die Verschiebung innerhalb der Kapitalrückgabe: Der Dividendenanteil an der Gesamtausschüttung soll auf mindestens 50 Prozent steigen. Bislang stützte sich die Commerzbank stärker auf Aktienrückkäufe, um überschüssiges Kapital an den Markt zurückzuführen.
Die neue Gewichtung signalisiert Vertrauen in die Ertragskraft und dürfte bei einkommensorientierten Anlegern gut ankommen, da eine höhere Bardividende planbarer ist als der Effekt aus Rückkaufprogrammen.
Der laufende Rückkauf eigener Aktien über bis zu 1,2 Milliarden Euro, der am vergangenen Freitag begonnen hatte, bleibt davon unberührt und läuft parallel bis spätestens Februar kommenden Jahres. Die Kombination aus Rückkauf und angekündigter Ausschüttungsquote unterstreicht, dass die Bank trotz der ungeklärten Übernahmefrage durch UniCredit an ihrer Kapitalrückgabepolitik festhält.
UniCredit-Frage bleibt ungelöst
Über der Ausschüttungsstrategie schwebt weiterhin die Frage, wie es mit UniCredit weitergeht. Die italienische Großbank hatte ihren Anteil an der Commerzbank vor über einem Monat auf gut 44 Prozent direkt gehaltener Aktien ausgebaut, inklusive Kaufoptionen kommt sie nach eigenen Angaben auf mehr als 47 Prozent. Seither hat sich der Kurs der Commerzbank-Aktie um 12,7 Prozent verteuert.
Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp warnte auf dem Handelsblatt-Bankengipfel am Donnerstag vor einem Scheitern der Übernahmegespräche mit UniCredit und deutete laut Handelsblatt zugleich ihren möglichen Abschied an, sollte sie sich mit UniCredit-Chef Andrea Orcel nicht auf eine gemeinsame Strategie einigen.
Mitte September soll Orcel in Berlin mit Bundesfinanzminister Lars Klingbeil zusammentreffen – ein Termin, der als nächster wichtiger Wegpunkt in der Übernahmesaga gilt.
Kurs nahe Rekordniveau
Die Aktie honorierte die Ausschüttungspläne am Freitag mit einem Plus von 0,6 Prozent auf 41,86 Euro und bewegt sich damit nur knapp unterhalb des am 4. September markierten 52-Wochen-Hochs von 42,11 Euro. Auf Sicht von sieben Tagen legte das Papier um 4,7 Prozent zu, seit Jahresbeginn steht ein Plus von 16 Prozent zu Buche.
Die hohe geplante Ausschüttungsquote dürfte die Aktie in den kommenden Monaten stützen, auch wenn der Ausgang der UniCredit-Gespräche letztlich darüber entscheiden wird, in welche Richtung sich das Papier langfristig bewegt. Anleger dürften das für Mitte September angekündigte Treffen zwischen Orcel und Klingbeil genau beobachten, da es Aufschluss über die künftige Eigentümerstruktur der Bank geben könnte.
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