Die Übernahmedebatte bestimmt zwar weiterhin die Schlagzeilen rund um die Commerzbank, wirtschaftlich verfolgt das Institut jedoch konsequent seinen eigenen Kurs. Mit einer höheren Dividende, umfangreichen Aktienrückkäufen und Investitionen in die Digitalisierung arbeitet die Bank weiter an ihrer Eigenständigkeitsstrategie. Für Anleger stellt sich damit zunehmend die Frage, welchen Unternehmenswert die Commerzbank unabhängig von einer möglichen Fusion entfalten kann. Am Freitag fiel kurzfristig die Antwort eindeutig aus. -3,1 % brachten die Aktie auf einen Kurs von nur noch 36,85 Euro. Sie notiert jedoch weiterhin im klaren technischen Aufwärtstrend.
Commerzbank: Aktionäre werden gepflegt
Ein wichtiger Baustein dieser Strategie ist die attraktive Kapitalrückführung an die Aktionäre. Die Dividende wurde zuletzt von 0,65 auf 1,10 Euro je Aktie erhöht. Hinzu kommt ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm, nachdem bereits 15,6 Millionen eigene Aktien im Wert von rund 524 Millionen Euro eingezogen wurden. Am Kapitalmarkt sorgten diese Maßnahmen zuletzt allerdings noch nicht für neuen Rückenwind. Zur Erinnerung: Zum Ende des Freitagshandels stand die Commerzbank bei 36.85 Euro. Dies war ein Abschlag von 3.10 % gegenüber dem Vortag.
Analysten bewerten die Perspektiven weiterhin unterschiedlich. JPMorgan bestätigt zwar lediglich ein neutrales Votum mit einem Kursziel von 37 Euro, Barclays bleibt dagegen deutlich optimistischer und sieht den fairen Wert bei 42 Euro. Gleichzeitig hat S&P den Ausblick für das langfristige Rating von positiv auf stabil gesenkt. Die eigentlichen Bonitätsnoten blieben jedoch unverändert, sodass sich die Anpassung vor allem auf die Unsicherheiten rund um die geplante Übernahme durch UniCredit bezieht.
Für die nächsten Wochen richtet sich der Fokus auf die Quartals- und Halbjahreszahlen am 6. August. Sie werden zeigen, wie sich das Geschäft entwickelt und ob die Commerzbank ihre Eigenständigkeitsstrategie weiter mit konkreten Ergebnissen untermauern kann. Unabhängig vom Verlauf der Übernahmeverhandlungen dürfte gerade diese Entwicklung darüber entscheiden, wie der Kapitalmarkt die langfristigen Perspektiven der Bank bewertet. Dazu kommen die Übernahmespekulationen.
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