Mit 42,70 Euro beendet die Commerzbank die Woche nur knapp unter ihrem jüngsten Hoch. Am Freitag legte der Titel um 1,39 % zu und hält sich damit im Aufwärtstrend. Unterstützung liefern hohe Ausschüttungen, gute Halbjahreszahlen und die weiter offene Frage nach den Absichten von UniCredit. Seit dem 4. September läuft ein neues Aktienrückkaufprogramm über bis zu 1,2 Milliarden Euro. Bis spätestens 10. Februar 2027 darf die Bank maximal 108.084.709 eigene Aktien erwerben und anschließend einziehen. Der Rückkauf gehört zur für 2026 geplanten Kapitalrückgabe von insgesamt rund 3,2 Milliarden Euro.

Commerzbank verbessert die Aktien-Bedingungen!

Auch bei der Refinanzierung wird die Commerzbank aktiv. Für zwei unbefristete Additional-Tier-1-Anleihen aus den Jahren 2020 und 2021 läuft ein Rückkaufangebot. Beide Emissionen haben jeweils ein Volumen von 500 Millionen Euro.

Den finanziellen Spielraum liefern die laufenden Geschäfte. Im ersten Halbjahr erhöhte sich das operative Ergebnis um 14 % auf 2,7 Milliarden Euro, der Nettogewinn erreichte 1,8 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr hält die Bank an mindestens 3,4 Milliarden Euro Nettogewinn fest. Bei den Erträgen werden rund 13,2 Milliarden Euro angepeilt.

Auch im zweiten Quartal legte das operative Ergebnis zu. Es stieg um 17 % auf 1,4 Milliarden Euro, unter dem Strich blieben 898 Millionen Euro. Die Cost-Income-Ratio einschließlich Pflichtbeiträgen verbesserte sich von 55 auf 52 %. Zur Jahresmitte lag die CET1-Quote bei 14,4 %, die Nettoeigenkapitalrendite erreichte 12,6 %. Neben den Geschäftszahlen bleibt UniCredit ein wichtiges Thema. Das italienische Institut hat sich über mehrere Instrumente Zugriff auf nahezu die Hälfte der Commerzbank-Anteile gesichert. Für den 14. September hat Bundesfinanzminister Lars Klingbeil UniCredit-Chef Andrea Orcel zu einem Gespräch ins Bundesfinanzministerium eingeladen. Noch im Juli hatte Berlin das Vorgehen der Italiener als „aggressiv und feindlich“ bezeichnet.

Auch Vorstandschefin Bettina Orlopp hat ihre weitere Amtszeit mit dem Übernahmethema verknüpft. Ihren geplanten Verbleib bis 2029 knüpft sie an eine gemeinsame strategische Linie mit dem Aufsichtsrat. Zudem hatte sie vor einem Scheitern der Gespräche mit Orcel gewarnt. Bei den Analysten reicht die Spanne der jüngsten Kursziele von 39 bis 46 Euro. Die DZ Bank hob ihren fairen Wert auf 46 Euro an und bestätigte ihre Kaufempfehlung. Oddo BHF nennt 45 Euro und bewertet die Aktie mit „Outperform“. JPMorgan erhöhte sein Ziel auf 39 Euro und bleibt bei „Neutral“. Vom Freitagsschluss bei 42,70 Euro liegt das DZ-Bank-Ziel noch knapp 8 % entfernt.