Die Commerzbank gab zum Ende des Donnerstaghandels um 1,3 % nach und lag bei 38,68 Euro. Die schwächere Tagesentwicklung fiel in eine Situation, in der nicht nur die Quartalszahlen, sondern vor allem die künftige Eigentümerstruktur der Bank diskutiert werden. Offenbar richtete sich der Blick vieler Marktteilnehmer weniger auf das operative Geschäft als auf die laufenden Gespräche mit UniCredit.
UniCredit ist bald durch, so der Eindruck
Dabei nähert sich die italienische Großbank einer Mehrheitsposition weiter an. UniCredit hält inzwischen direkt 44,37 % der Commerzbank-Anteile und kommt unter Einbeziehung von Finanzinstrumenten auf 47,59 %. Parallel dazu läuft das Verfahren bei der Europäischen Zentralbank über eine mögliche Aufstockung der Beteiligung oberhalb der Schwelle von 30 %. Nach der Weiterleitung des Antrags durch die BaFin verfügt die EZB über eine Frist von 60 Tagen für ihre Entscheidung.
Erstmals signalisierte Vorstandschefin Bettina Orlopp kürzlich eine offenere Haltung gegenüber UniCredit. Nach Monaten der Unsicherheit kündigte sie konstruktive Gespräche über die künftige Struktur der Bank an. Ziel ist es, mögliche Veränderungen bei Governance und Geschäftsmodell gemeinsam zu gestalten. Zugleich machte Orlopp deutlich, dass selbst ein Mehrheitsaktionär grundlegende Strukturmaßnahmen nicht ohne weitere Zustimmung durchsetzen könnte.
Die wirtschaftliche Entwicklung lieferte dafür eine solide Grundlage. Im zweiten Quartal erhöhte die Commerzbank den Nettogewinn um 94,2 % auf 898 Millionen Euro und übertraf damit die Analystenschätzung von 845 Millionen Euro. Das erste Halbjahr schloss das Institut mit einem Rekordgewinn von 1,8 Milliarden Euro ab. Gleichzeitig stiegen die Erträge um 7 % auf 6,5 Milliarden Euro, während sich das operative Ergebnis um 14 % auf 2,7 Milliarden Euro verbesserte.
Auch die Kapitalausstattung bleibt positiv. Die Europäische Zentralbank genehmigte ein neues Aktienrückkaufprogramm über bis zu 1,2 Milliarden Euro. Zusammen mit weiteren Maßnahmen zur Kapitalrückführung ergibt sich ein Gesamtvolumen von rund 3,2 Milliarden Euro. Demnach sind die Voraussetzungen für den Titel glänzend. Kurzfristig dürfte dennoch vor allem der Fortgang der Gespräche mit UniCredit im Mittelpunkt stehen.
Der Übernahmepoker läuft.
Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 7. August liefert die Antwort:
Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 7. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Commerzbank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

