Der Übernahmekampf um die Commerzbank hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Großaktionär UniCredit erhöht den Druck auf die Frankfurter Bankführung und stellt die bisherigen Machtverhältnisse zunehmend infrage. Im Zentrum des Konflikts stehen Vorwürfe über die Kommunikation rund um das laufende Tauschangebot sowie die Frage, wie weit die Italiener ihren Einfluss auf die zweitgrößte deutsche Privatbank noch ausbauen können. Es geht auch um die Frage, ob die CEO bleiben kann.
Im Montagshandel verlor die Aktie 1,68% und ging bei 36,21 Euro aus dem Markt. Die Kursbewegung geriet jedoch fast zur Nebensache, denn die Aufmerksamkeit richtet sich derzeit vor allem auf die Auseinandersetzung zwischen Frankfurt und Mailand.
Commerzbank: Der Druck erhöht sich immens
UniCredit wirft dem Management der Commerzbank vor, Anleger mit Aussagen zur Andienungsquote und zu den wirtschaftlichen Folgen des Angebots in die Irre geführt zu haben. Die Italiener fordern inzwischen eine Prüfung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Damit verlagert sich der Konflikt zunehmend von den Kapitalmärkten auf die regulatorische Ebene.
Besonders brisant ist die aktuelle Eigentümerstruktur. UniCredit verfügt mittlerweile über eine direkte Beteiligung von 26,8% sowie über weitere angediente Aktien von knapp 12%. Insgesamt kontrollieren die Italiener damit mehr als 38% der Stimmrechte. Diese Größenordnung eröffnet weitreichende Möglichkeiten bei künftigen Hauptversammlungen.
Nach Ansicht vieler Beobachter könnte dadurch sogar ein Austausch des Aufsichtsrats realistisch werden. Da für entsprechende Beschlüsse keine qualifizierte Mehrheit erforderlich ist, würde ein veränderter Aufsichtsrat wiederum Einfluss auf die Besetzung des Vorstands erhalten. Der Machtkampf dreht sich damit längst nicht mehr nur um einzelne Aktienpakete, sondern um die künftige Kontrolle über die Bank.
Gleichzeitig bleibt die Bereitschaft vieler Aktionäre zur Annahme des Angebots begrenzt. Bis zum 12. Juni waren rund 133,8 Millionen Aktien eingereicht worden. Das entsprach lediglich etwa 12,4% der Stimmrechte ohne eigene Aktien. Achtung: Die
reguläre Annahmefrist endet am 16. Juni.
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