Die Commerzbank-Aktie klettert auf ein Niveau, das es seit 2010 nicht gegeben hat – während im Hintergrund ein Machtkampf um die Führungsspitze eskaliert. Ausgerechnet in dem Moment, in dem der Kurs Rekorde jagt, mehren sich Berichte, wonach UniCredit-Chef Andrea Orcel Vorstandschefin Bettina Orlopp und Aufsichtsratschef Jens Weidmann loswerden will.
Der Kurs stieg zeitweise um mehr als zwei Prozent auf 43,37 Euro und näherte sich damit dem Augusthoch aus dem Jahr 2010 bei 43,45 Euro. Ein positives Sektorumfeld half mit: Der europäische Bankenindex Stoxx Europe 600 Banks legte gut ein Prozent zu, auch die Deutsche Bank erholte sich vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank am Abend.
Laut Markteinschätzungen lag die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei über 94 Prozent – höhere Zinsen gelten im Bankensektor traditionell als Rückenwind für das Kreditgeschäft.
Orlopp positiv gestimmt, Übernahme sorgt für Unsicherheit
Rückenwind kam auch von Commerzbank-Chefin Orlopp selbst. Auf einer Fachkonferenz äußerte sie sich zuversichtlich zum dritten Quartal: höherer Zinsüberschuss, wachsende Gebühreneinnahmen, stabile Kosten. Auch die Ausschüttungspläne des Instituts wurden am Markt positiv aufgenommen. Unsicherheit bleibt dennoch – und zwar genau wegen der laufenden Übernahme durch UniCredit.
Machtkampf um die Führungsspitze
Einem Bericht zufolge will Orcel im Zuge der Übernahme nicht nur die Strategie, sondern auch die Personen an der Spitze austauschen. Orlopp soll demnach ihren Posten räumen, ebenso Aufsichtsratschef Weidmann.
Zusätzlich soll sich der Italiener gegen die Forderung der Bundesregierung stellen, zwei Sitze im Aufsichtsrat zu behalten – ein Anspruch, den Bundesfinanzminister Lars Klingbeil erst am Montag bei einem Treffen mit Orcel bekräftigt hatte. Der Bund hält rund 13 Prozent an der Commerzbank.
Offizielle Bestätigungen von UniCredit, Commerzbank oder dem Bundesfinanzministerium gibt es dazu bislang nicht. Orlopp selbst hatte Anfang September öffentlich offengelassen, ob sie ihren bis 2029 laufenden Vertrag ausschöpfen wird – vorausgesetzt sei Vertrauen zwischen Vorstand und Aufsichtsrat sowie Einigkeit über die Strategie. Genau an diesen Punkten dürfte es zwischen ihr und Orcel derzeit hapern.
Die Analysten-Kursziele für die Aktie bewegen sich zwischen 37 und 43 Euro – eine Spanne, die zeigt, wie unterschiedlich der Übernahmeprozess derzeit bewertet wird. Ob Orlopp und Weidmann ihre Posten tatsächlich verlieren, bleibt offen, solange UniCredit und die Bundesregierung keine offizielle Einigung über die künftige Führungsstruktur verkünden.
Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 16. September liefert die Antwort:
Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Commerzbank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

