Commerzbank Aktie: Mäßige Aussicht!

Die Commerzbank meldet ein operatives Rekordergebnis und hebt die Ziele an, doch der Kurs leidet unter dem feindlichen Übernahmeversuch der italienischen UniCredit.

Commerzbank Aktie
Kurz & knapp:
  • Operatives Ergebnis erreicht historischen Bestwert
  • UniCredit-Übernahmeangebot als zu niedrig kritisiert
  • Politische Unterstützung für Eigenständigkeit der Bank
  • Aktienkurs zeigt technische Warnsignale

Rekordergebnis, angehobene Ziele, politischer Rückhalt — und trotzdem verliert die Aktie seit Jahresbeginn rund 17 Prozent. Die Commerzbank liefert starke Zahlen, doch die UniCredit-Übernahmeoffensive überschattet alles.

Operative Stärke als Abwehrargument

Das Geschäftsjahr 2025 lief für die Commerzbank so gut wie nie zuvor. Das operative Ergebnis stieg um 18 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro — ein historischer Bestwert. Das Nettoergebnis von 2,6 Milliarden Euro übertraf das eigene Ziel, obwohl Restrukturierungskosten von 562 Millionen Euro anfielen. Getragen wurde das Ergebnis von einem um 10 Prozent höheren Ertrag, starkem Provisionsgeschäft und der polnischen Tochter mBank — während der Zinsüberschuss trotz deutlich gesunkener Leitzinsen stabil blieb.

Für 2026 hebt die Bank die Latte weiter an: Das Nettoergebnis soll über dem ursprünglichen Strategieziel von 3,2 Milliarden Euro liegen, der Zinsüberschuss bei rund 8,5 Milliarden Euro. Die Cost-Income-Ratio soll auf 54 Prozent sinken — zwei Punkte besser als ursprünglich geplant. Aktionäre sollen 100 Prozent des Nettogewinns zurückerhalten, kombiniert aus einer auf 1,10 Euro je Aktie mehr als verdoppelten Dividende und einem laufenden Aktienrückkaufprogramm über bis zu 540 Millionen Euro.

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UniCredit-Angebot: Zu niedrig, nicht abgestimmt

CEO Bettina Orlopp ließ keinen Zweifel an ihrer Haltung. In einem Bloomberg-TV-Interview bezeichnete sie das Übernahmevorgehen von UniCredit als komplette Überraschung und das Angebot als zu einem „sehr niedrigen Preis“ angesetzt. Die Bank selbst teilte mit, der Vorstoß sei nicht abgestimmt und enthalte keine Eckpfeiler einer wertstiftenden Transaktion. UniCredit versucht mit einem freiwilligen Tauschangebot, seinen Anteil an der Commerzbank auf über 30 Prozent zu erhöhen.

Politische Unterstützung für die Eigenständigkeit kommt von höchster Stelle. Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete eine feindliche Übernahme als „inakzeptabel“, Staatssekretär Michael Schrodi warnte vor negativen Folgen für den deutschen Mittelstand, sollten Kreditentscheidungen künftig nicht mehr aus Frankfurt getroffen werden.

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Charttechnik zeigt den Druck

Die starken Fundamentaldaten spiegeln sich im Kurs nicht wider. Mit dem Rutsch unter die 200-Tage-Linie Mitte März hat die Aktie ein technisches Warnsignal gesendet — sie notiert aktuell rund 8 Prozent unterhalb dieses langfristigen Durchschnitts. Der RSI von 27,5 deutet auf eine überverkaufte Situation hin, ohne dass bislang eine Gegenbewegung eingesetzt hätte.

Der nächste konkrete Prüfstein ist die Hauptversammlung am 20. Mai 2026, auf der Vorstand und Aktionäre über Eigenständigkeit und Übernahmepläne abstimmen. Bereits am 8. Mai folgen die Zahlen zum ersten Quartal 2026 — ein erster Hinweis darauf, ob die ambitionierten Jahresziele Bestand haben.

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